Es htte damals ein Ende haben knnen. Doch das Bse durfte weiterbestehen. Herr der Ringe, Die Gefhrten
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TÚRIN

Turin "Hier, Sohn Húrins, soll deine Heimat sein, und dein Leben lang sollst du wie mein eigener Sohn behandelt werden, wenn du auch ein Mensch bist. Du wirst Weisheit erlangen, die sterblichen Menschen verschlossen ist, und die Waffen der Elben werden in deine Hände gelegt werden."
(Aus: "Narn i Hîn Húrin; Die Geschichte der Kinder Húrins")

Geboren wurde der Sohn Morwens und Húrins im 465. Jahr der Sonne, doch stand sein Leben unter keinem guten Stern, denn gegen den Fluch Morgoths konnte auch er, der elbengleich durchs Leben wandelte, nichts ausrichten. Die Worte, die der gefallene Vala gegenüber seinem Vater sprach, begleiteten ihn, wo immer er wandelte, was immer er tat oder zu tun gedachte, auch wenn er diese selbst nie vernommen hatte.
(Anmerkung: Der Fluch Morgoths an Húrin lautete: "Über allen, denen deine Liebe gilt, wird mein Schatten liegen wie eine Wolke des Unheils, das sie in Finsternis und Verzweiflung stürzen wird. Wo sie auch immer gehen, wird das Böse vor ihnen aufstehen. Wann immer sie sprechen, werden ihre Worte schlimme Folgen haben. Was immer sie tun, es wird sich gegen sie selbst richten. Sie werden ohne Hoffnung sterben, und sie werden ihr Leben und ihren Tod verfluchen!" )

Seinen Vater selbst hat Túrin Turambar - so sein vollständiger Name - nur selten gesehen, stand dieser doch mit Herz und Seele in den Diensten König Thingols und seiner Frau Melian. Dennoch liebte er ihn ebenso wie seine Mutter und seine Schwester Urwen, die, obgleich viel jünger an Jahren als er, sein ein und alles war. Die Große Pest im Jahr des Jammerns aber forderte ihren Tribut und so zählte man Lalaith, wie Túrin seine kleine Schwester liebevoll nannte, zu den Opfern. Das erste Mal in seinem Leben war Túrin nicht fähig, seine Gefühle zu verbergen und so ließ er all seiner Wut, seinem Zorn und seiner Trauer in Form von Tränen freien Lauf. Doch dass es ihm nicht gelang ein Trauerlied für seine Schwester zu spielen, war für ihn fast noch schlimmer als die kleine Urwen zu verlieren. Im Haus der Herrin von Dor-lómin aber sprach man nie wieder über das Kind.

Das Leiden Túrins aber währte an. Er zählte gerade einmal acht Lenze, als seine Mutter keinen anderen Ausweg sah und ihn 473 EZ nach Doriath schickte. Ungern nur folgte sie dem Rat ihres Mannes, der von der Nírnaeth Arnoediad nicht heimgekehrt war und von dem sie nun glaubte, dass er ein Opfer des Krieges wurde. Da sie selbst schwanger war, sah sie sich außer Stande ihren Sohn zu begleiten. Unmissverständlich machte sie ihm klar, dass dieser Weg sein Letzter sein könnte, doch das er keine andere Wahl hätte als ihn zu gehen, wollte er, dass das Haus Hador seinen Erben nicht auch noch verliert.
(Anmerkung: Es ist fraglich, ob Morwen zusammen mit Túrin nach Doriath gegangen wäre, wenn sie nicht schwanger gewesen wäre, denn sie war viel zu stolz, als dass sie ihr Haus den Orks oder sonstigen Unmenschen hätte überlassen wollen.)

An der Seite zweier furchtloser Begleiter des Hauses Hador begab sich Túrin nach Doriath. Doch der Weg war lang und beschwerlich und so wäre es wirklich fast die letzte Reise Túrin Turambars geworden, wenn nicht Beleg Langbogen die drei kurz vor dem Hunger- und Kältetod gefunden und in das Verborgene Königreich gebracht hätte, wo man ihn einließ, war doch der Name Húrin selbst unter den Elben von großer Bedeutung. Nicht minder edel hätte sein Vater auf die Frage des Königs antworten können, was denn das Anliegen an ihn sei, denn der Junge antwortete: "Ich möchte einer seiner Ritter werden, gegen Morgoth in den Krieg ziehen und meinen Vater rächen."

Viele Jahre zogen ins Land, und an Kindesstatt unterrichteten König Thingol und Melian den Jungen in allem, was ihnen selbst lieb und teuer war. Er lernte die Sprache der Elben ebenso wie unter der Aufsicht Belegs den Umgang mit Schwert und Bogen. Die menschlichste aller Gesten aber zeigte das Königspaar, indem es immer wieder Boten nach Dor-lómin sandte um der Mutter des Jungen Nachrichten zukommen zu lassen und ihm selbst auch Worte von daheim ausrichten lassen zu können.

Doch mit den Jahren wurde es immer gefährliche Morwen zu erreichen - war der Einfluss Morgoths in Mittelerde doch unerträglich groß geworden - und so erreichte ihn bald keine Botschaft mehr von Morwen. Aus dem Jungen von einst war aber in der Zeit ein Mann geworden, und so wollte er allein den dunklen Pfad nach Hause gehen. Thingol aber, der Túrin liebte als sei es sein eigener Sohn, verweigerte ihm diese Bitte, ohne es ihm wirklich zu verbieten, denn zu groß war die Angst, dass er ihn nicht mehr wiedersehen würde. " ... es gibt wenig Hoffnung, dass ein Mann allein mehr gegen den Fürsten der Finsternis tun kann, als den Elbenfürsten bei ihrem Abwehrkampf zu helfen, wie lange er auch dauern mag." Und so riet er ihm, erst einmal die Kraft und die Stärke eines Mannes zu erlangen, ehe er daran denkt, seinen Vater zu rächen und seine Mutter, sowie seine noch nie gesehene Schwester Niënor, zu suchen und Melian fügte dem hinzu: "Geh jetzt, Pflegesohn, und beachte den Rat des Königs. (...) Fürchte beides: die Hitze wie die Kälte deines Herzens."

Drei weitere Jahre verweilte Túrin danach in Doriath. Er kämpfte an der Seite von Beleg im Heer des Königs und bewies in all seinen Schlachten, dass er ein wahrer Erbe seines Hauses ist. Mutig stellte er sich jedem in den Weg, der den seinen kreuzte, gleich, ob es sich um Orks oder anderen Anhängern Morgoths handelte. Keine Waffe konnte ihn aufhalten; weder Speer, noch Schwert oder Pfeil und Bogen, denn der Fluch Morgoths hielt immer noch an: es ward ihm verwehrt zu sterben. Nur einer war ihm jetzt noch ebenbürtig und leicht überlegen: Beleg selbst und so machten sich jenseits die Gerüchte selbstständig, dass der Träger des Drachenhelms niemand anderes als Húrin selbst sein könnte...

Dennoch ward er nur noch selten in den Hallen Thingols gesehen, denn das Feuer in seinem Herzen loderte unaufhaltbar. Es scherte ihn nicht, ob seine Kleidung sauber, sein Haar gekämmt oder sein Antlitz rein waren - für ihn zählte nur, dass er mit einem Heer des Königs endlich nach Dor-lómin reiten und sich auf die Suche nach seiner Familie machen konnte. Doch ehe es dazu kam, wandte sich das Schicksalsblatt Túrins.

Es war das Jahr 486, als er schuldlos in die Ungnade König Thingols fiel. Saeros, Berater des Königs und darüber hinaus ein Elb, der Túrin von der ersten Minute an nicht wohl gesonnen war, griff den Sohn Morwens eines Morgens bei seinem Gang in den Norden Menegroths an, um ihn für seinen vermeintlichen Spott ihm gegenüber büßen zu lassen. Túrin seinerseits ließ sich nicht provozieren, nahm seinem Gegner aber im Gerangel Schwert und Schild ab und scheuchte ihn wieder zurück in die Hallen des Königs. Saeros, sich im Angesicht des Todes sehend, lief, was er nur konnte, ohne zu schauen wohin, und so stürzte er eine Schlucht hinunter, wobei sein Körper zerschmetterte und er starb. Túrin, wissend, dass ihm das niemand glauben würde, verließ daraufhin das Königreich.

Der Sohn Húrins wurde zu Neithan, der Geächtete, und schloss sich einer Bande Banditen an. Mehr durch Zufall denn gewollt tötete er deren Anführer und nahm dessen Platz ein. Zusammen mit ihnen nahm er sich in der Zeit, in der sie in den Wäldern weilten, was sie brauchten, wann immer sie es brauchten ohne dabei zu merken, dass sie so wurden wie jene, die sie verachteten. Durch die Schule Doriaths aber entging ihm nicht, dass ihnen jemand auf den Fersen war, auch wenn sie nicht wussten, wer sie verfolgte und so weilte er nie länger als zwei Tage an einem Ort. Er konnte nicht wissen, dass es Beleg war, der ihm im Auftrag des Königs suchte, um ihm zu sagen, dass er von allen Anschuldigen freigesprochen war. Doch wann immer Beleg ein Lager der Geächteten fand, war es schon einige Tage alt. "Potztausend!" rief er aus. "Allzu gut habe ich dieses Menschenkind die Kniffe gelehrt, sich in Wald und Feld zu bewegen! Man könnte fast glauben, es handle sich um eine Schar von Elben!" Letztendlich aber fand er den verloren geglaubten "Königssohn" - nun ja, besser seine Lakaien - und musste am eigenen Leib erfahren, wozu Neithans Komparsen fähig waren, wenn sie ohne ihren Anführer in den Wäldern weilten.
(Anmerkung: Turin kam gerade noch rechtzeitig, um den Mord seiner Leute an seinen Freund und Mentor zu verhindern, und in diesem Moment wurde ihm das vielleicht Wichtigste der letzten Jahre bewusst: "Ihr wart grausam", sagte er, "grundlos grausam. Niemals bis heute haben wir einen Gefangenen gefoltert. Doch das Leben, wie wir es führen, hat uns dahin gebracht, uns zu verhalten wie Orks." Beleg wurde von seinen Fesseln befreit, richtete Túrin aus, was König Thingol ihm aufgetragen hatte und verließ dann die Geächteten, nachdem er seinen Freund nicht davon überzeugen konnte, ihm zu folgen.)

Der Fluch Morgoths aber sollte Túrin erneut hart treffen. Es war das Jahr 497 EZ als Beleg sich Túrin anschloss und mit ihm zusammen Seite an Seite gegen die Orks kämpfte. Doch ihre Unterkunft wurde verraten, alle Kameraden getötet und nur Beleg und Túrin gefangen genommen. Túrin selbst aber tötete Beleg, als dieser ihn befreien wollte, weil er ihn im Dunkel für einen Feind hielt.

Als sei dies aber noch nicht genug, heiratete er im Jahre 500 EZ ein Mädchen, dem er den schönen Namen Niniël - Tränenmädchen - gab, da sie nach einem Sturz beim Zusammentreffen mit dem Drachen Glaurung keinerlei Erinnerung an sich und ihre Vergangenheit hatte. Einige Zeit später trafen sie erneut auf Glaurung, und noch ehe Túrin ihm den letzten Atemzug nehmen konnte, offenbarte dieser, dass Niniël, seine schwangere Frau, niemand anderes sei als seine Schwester Niënor. Weder Túrin noch Niënor kamen mit dieser Blutschande klar und so brachten sie sich schließlich selbst um. Ganz so, wie Morgoth es Jahre zuvor Húrin vorausgesagt hatte...

(Geschichtliche Information: Túrin hatte in all der Zeit oft seinen Namen gewechselt und so wurde er unter Folgenden in all den Jahren bekannt: Gorthol - der Schreckenshelm; Agarwaen - der Blutbefleckte; Turambar - Meister des Schicksals oder Mormegil - das Schwarze Schwert (in Anlehnung an seinen Schwert Gurthang).

Nach seinem Selbstmord war auf seinem Grabstein - welchen er von den Elben erhalten hatte - zu lesen:

"Túrin Túrambar Dagnir Glaurunga" - Túrin, Herr des Schicksals, Glaurungs Verderber.

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:24