Ich kann es vermeiden, gesehen zu werden, wenn ich es will, doch ganz und gar zu verschwinden, das ist eine seltene Gabe. Herr der Ringe, Die Gefhrten
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GOLLUM

Sméagol"Kalt sei Hand, Herz und Gebein. Kalt, wer reist fern von daheim. Er sieht nicht mehr, was vor ihm liegt, wenn Sonn- und Mondeslicht versiegt."

Gollum, die traurigste Gestalt im ganzen Herr der Ringe Mythos. Einst ein Hobbit vom Stamm der Starren ist er nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst. Milde könnte man es mit gespaltener Persönlichkeit ausdrücken, aber würde er zu einem Psychiater in unserer Zeit gehen, so würde er ihn wohl mit der Diagnose von arg ausgeprägter Schizophrenie einweisen lassen. Doch wie konnte aus einem einst unscheinbaren Hobbit eine so machtbesessene und mordlüsterne Kreatur wie Gollum werden? Drehen wir das Rad der Zeit einmal etwas zurück...

Eigentlich hieß er Sméagol und wohnte mit seiner Familie rund um die Schwertelfelder. Zwar war er vorher schon kein liebenswerter Charakter, und seine Familie hatte ihm aufgrund seiner etwas unangenehmen Essgeräusche auch schon den Namen Gollum gegeben, aber er war noch ein Wesen, welches nicht nur aus Hass und Gier bestand, und was mit an ziemlich großer Wahrscheinlichkeit grenzend seine Lebensmittel nicht grad im lebenden Zustand zu sich nahm.

Wie dem auch sei es war sein Geburtstag, als er mit seinem Vetter Déagol zum Fischen an den Anduin ging. Unwissend, was Sauron in diesem Moment geplant hatte, angelte Déagol nicht nur Fische, sondern "fing" im wahrsten Sinne des Wortes auch eben jenen Ring, der das Leben Sméagols fortan bestimmen sollte. Sméagol hatte so etwas Schönes, Glänzendes vorher noch nie gesehen, und bestand darauf es zu erhalten, immerhin war es ja sein Geburtstag, doch Déagol blieb hart. Gollum, dem ein kurzer Blick auf den Ring reichte, um in seinen Bann gezogen zu werden, konnte dies nicht akzeptieren und so erwürgte er seinen Vetter, um zu bekommen, was ihm in seinen Augen zustand.

Der Ring, der einen eigenen Willen besaß, hatte sein Ziel vorerst erreicht und Sauron konnte die nächste Zeit damit verbringen, zu alten Kräften zu gelangen. Ganze 480 Jahre lang vergiftete er den Verstand Gollums, der den Ring fortan als seinen Schatz, bezeichnete. Immer und immer mehr geriet er in dessen Bann und merkte gar nicht, dass er sich veränderte. Er verlängerte nicht nur sein Leben, sondern brachte auch noch die ohnehin schon vorhandene aggressive Seite Gollums immer mehr zum Vorschein.

GollumDa er seit dem Ringfund nur noch in dunklen Höhlen lebte, veränderte sich auch sein Aussehen, was er selbst aber wohl auch nicht mitbekam. Gollum ernährte sich in all den Jahrhunderten zunehmend von rohem Fisch und anderem Getier und bald machte er nicht einmal mehr vor Orks und Menschen, die sich in seiner Höhle verirrten, halt. Die Evolution schien bei ihm rückwärts zu laufen, denn aus dem Hobbit von einst wurde eine undefinierbare, beinahe schon wilde Kreatur, die einzig der Sprache, die sie einst gesprochen, mächtig blieb, weil sie es sich zur Angewohnheit gemacht hatte, mit sich selbst zu reden.

Doch nach fast einem halben Jahrtausend waren Gollums Kräfte aufgezerrt und in "den Augen des Ringes" besaß er nichts mehr, was den Ring veranlassen müsste, bei ihm zu bleiben. So verließ er Gollum und lies sich von Bilbo finden, einem Hobbit aus dem Auenland. Ob der Ring dies nun beabsichtigte oder nicht, sei dahingestellt. Sicher ist nur eines: Gollum konnte es nicht einfach so hinnehmen und den Ring aufgeben. Zu lange schon war er vorher in seinem Besitz, zu süchtig hatte ihn dieses Schmuckstück gemacht. Und somit hatte Gollum mit dem Verlust des Ringes auf einmal eine neue Lebensaufgabe: anstatt nur einfach dahinzuvegetieren, musste er den Ring wieder zurückgewinnen.

Nachdem Bilbo sich vor Gollum dank einer List in Sicherheit gebracht hatte denn die Frage, was er in seiner Tasche hatte, war zweifelsohne mehr als nur eine Fangfrage, realisierte Gollum auch, wer den Ring haben müsste. Der Dieb seines Schatzes war niemand anderes als Bilbo Beutlin. Er suchte nach dem Hobbit und in Esgaroth erfuhr er dann auch, wo Bilbo wohnte. Freiwillig oder nicht bog er aber in die falsche Richtung und blieb, vom Bösen Mordors angezogen, viele Jahre lang verschollen, eh Sauron ihn fand und gefangen nahm. Unter schlimmster Folter sagte er letztendlich alles, was er wusste, und so erfuhr der Dunkle Herrscher auch vom Auenland und den dort lebenden Hobbits.

Nach eigenen Angaben verriet Gollum aber nicht, wo sich das Auenland befand, und so wurde er von Sauron wieder freigelassen. In den Minen von Moria, als sich Gandalf nicht mehr sicher war, in welche Richtung man gehen müsse, entdeckte Frodo den Schatten Gollums und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass Bilbo ihn damals getötet hätte. Doch Gandalf, der in seinem fast 3000 Jahre andauerndem Aufenthalt auf der Erde noch mehr Weisheit erlangte, erklärte Frodo, dass nichts auf der Welt umsonst geschehe, und dass Gollum noch eine Rolle in diesem Kampf zu spielen hätte, auch wenn er nicht sagen konnte, ob diese nun gut oder schlecht sein würde.

Gollum folgte der Gemeinschaft weiterhin unauffällig und nachdem die Gefährten sich bei Parth Galen getrennt hatten, versuchte er sich zu nehmen, was ihm seiner Meinung nach zustand. Doch sein Plan schlug fehl und so schwor er Frodo, dass er alles tun würde, was der "Herr des Schatzes" befehlen würde. Frodo, voll Mitleid gegenüber dem Geschöpf, was einst ein Hobbit wie er war, vertraute ihm und so wurde er einstweilen ein Mitglied der Gemeinschaft, kannte er doch den Weg nach Mordor, welchen Frodo und Sam vergeblich suchten.

Vielleicht war es das Gute in Gollum, was die Oberhand gewann, vielleicht war es aber auch nur das Gefühl, dass ihn jemand so akzeptierte, wie er war, auf jeden Fall aber schien die böse Seite Gollum eine Zeitlang zu verschwinden. Was übrig blieb war Sméagol, der seinem Herrn treu ergeben war, auch wenn Sam dies nicht wahrhaben wollte. Mag sein, dass die Geschichte ein anderes Ende genommen hätte, wenn sie nicht in Osgiliath gelandet wären, doch mit der Festnahme von Frodo, Sam und Sméagol meldete sich der schlechte Part in dieser Kreatur wieder Gollum wurde erneut zum Leben erweckt. Die Gier nach dem Ring wurde wieder geschürt.

Er führte Sam und Frodo nach Cirith Ungol, denn er hoffte, dass seine Freundin Kankra sie verspeisen und den Ring der Macht dann ihm überlassen würde. Doch erneut schlug sein Plan fehl, denn Sam nahm den Ring an sich, als er dachte, dass Frodo tot wäre. Doch da Frodo lebte übernahm er als Ringträger letztendlich wieder den Ring und unfreiwilligerweise konnte Gollum seinen Verrat gegenüber Frodo wieder gutmachen, als er ihm am Schicksalsberg den Ring samt Finger abbiss und in die Schlucht stürzte. Ein trauriges Ende für ein trauriges Leben und doch vielleicht die einzige Möglichkeit, die ihm für seine Erlösung blieb. Und wenn man Gollum jetzt fragen könnte, wie er sein Leben fand, dann würde er vielleicht immer noch antworten:

"Darf uns nicht fragen. Geht ihn nichts an."

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:22