Hast du jemals den Klang vernommen, den hellen Klang silberner Trompeten? Herr der Ringe, Die Gefhrten
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BILBO BEUTLIN

Bilbo Beutlin"Est ist eine gefährliche Sache... Frodo, aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen."(LotR, TFotR)

Bilbo war nicht wie andere Hobbits, wenngleich man ihn fast schon als Ur-Hobbit bezeichnen kann, jedenfalls was das Auenland angeht. Die ersten fünfzig Jahre seines Lebens verbrachte der von Tuks und Beutlins abstammende junge Mann auch eher unspektakulär und genügsam, bevor er eines Tages auf Gandalf traf und dieser in ihm die Lust nach der Welt, den Abenteuern und der Poesie weckte. Alles war harmonisch und interessant, friedlich und lustig und gleichzeitig doch irgendwie immer noch eines Hobbits würdig, bis ein einziger Tag und ein einziges Schmuckstück sein ganzes Leben verändern und auch noch seinen über alles geliebten Neffen mit reinziehen sollte...

Noch heute benutzt man die Floskel, dass jemand zur falschen Zeit am falschen Ort war und vielleicht stimmte dies ja auch im Fall Bilbo Beutlins, vielleicht war es aber auch von Sauron so geplant wer kann das schon mit Bestimmtheit sagen. Tatsache ist nur, dass Bilbo im Nebelgebirge etwas fand, wovon er zu diesem Zeitpunkt nicht einmal wusste, was es war. Einen Ring, wunderschön anzusehen und eine Macht ausstrahlend, die er vorher noch nicht kannte. Erst als er jemand anderen begegnete, der ihn töten wollte, ahnte er vielleicht, wie wertvoll es war. Mit List überlebte er den Tag im Nebelgebirge und machte sich wieder auf nach Beutelsend seinem Zuhause.

Viele Jahre zogen so ins Land, doch von seinem Fund erzählte er, außer Gandalf, vorerst niemanden. Seltsam kam dem Magier nur vor, dass er sagte, dieser Ring wäre ein Geburtstagsgeschenk gewesen, sein Geschenk, denn das hatte er schon einmal gehört, vor fast 500 Jahren. Genauso wie die Aussage, dass es sich um einen Schatz handeln würde, genauer gesagt um seinen Schatz. Gandalf erinnerte sich an Gollum und seine fast 60 Jahre andauernden Nachforschungen ließen seine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Hier, in dieser kleinen friedlichen Gegend Eriadors war er gefunden worden: der Meisterring Saurons der eine Ring, mit dessen Macht man ganz Mittelerde ins Verderben stürzen konnte.

Die ersten Gerüchte um Bilbo Beutlin tauchten auf, denn abgesehen von dem Gemunkel, welches über seine ganzen angeblichen Reichtümer das Auenland bereicherten, war es nicht zu übersehen, dass Bilbo keinen Tag zu altern schien, und das, obwohl er mittlerweile schon fast seinen 111. Geburtstag feierte, was auch für einen Hobbit schon ein stolzes Alter ist.

Doch der Ring der Macht hatte auch noch eine andere, negative Wirkung auf Bilbo. Mit jedem Tag, den er ihn bei sich trug, rutschte er immer mehr in dessen Abhängigkeit. Zwar benutzte Bilbo ihn nur selten, meist dann, wenn er unliebsame Bekannte von seiner Abwesenheit überzeugen wollte, aber dennoch zog er ihn nach und nach in seinen Bann. Manchmal schien es gar, als würde sich der Ring selbstständig machen und sich wie von allein in seine Taschen bewegen. Dies kam den Herrn von Beutelsend zwar auch manchmal suspekt vor, aber wirkliche Gedanken darum machte er sich eigentlich nie.

Der 22. September 1401 AZ rückte immer näher und so planten Bilbo und Frodo ihre Geburtstagsfeier. Frodo feierte an diesem Tag seinen 33. Geburtstag und wurde somit volljährig und Bilbo, wie schon gesagt, sollte den 111. feiern. Alles lief auch wie geplant: die Verwandtschaften erschienen in Scharen, alle holten sich ihre Geschenke ab und Essen und Trinken gab es in Hülle und Fülle. Musik wurde in schönster Hobbittradition aufgespielt und das schönste Feuerwerk, welches Gandalf je gezaubert hatte, erhellte den Himmel. Alle waren glücklich und zufrieden und forderten als Krönung des Abends von Bilbo eine Rede, die er ihnen auch schenkte.

"Ich kenne nicht die Hälfte von euch halb so gut, wie ich euch gern kennen würde; und ich hab nicht die Hälfte von euch halb so gern, wie ihr es verdienen würdet." Ui, das saß. War es nun ein Kompliment oder doch eine Beleidigung. Die meisten der Gäste jedenfalls bekamen den Rest der Rede nicht mehr mit, da sie ob der komplizierten Aussage Bilbos ganz in Gedanken vertieft waren, um herauszufinden, wie das gemeint war. Und dann, mitten in seiner Rede, verschwand er.

Für Bilbo war es ein Scherz, für Gandalf, der schon in seinem Smial auf Bilbo wartete, eine Tat, die nicht hätte sein müssen. Doch eines wurde ihm klar, noch bevor der Hobbit es aussprach: es war das Ende Bilbo Beutlins im Auenland. Er machte gegenüber seinem Freund auch keinen Hehl daraus. Er sagte ihm nur, dass er sich alt fühle, ausgemergelt, auch wenn man es ihm nicht ansehen würde. Er brauche Abwechslung, würde gern wieder Berge sehen wollen und sein Buch zu Ende schreiben. Seine Zeit war einfach gekommen, auch wenn er immer noch jung wirkte.

Gandalf hielt ihn auch nicht auf, jedoch verlangte er eines von ihm: den Ring. Doch Bilbo war nicht wirklich erbaut darüber, den Ring hier in Beutelsend zu lassen, denn er hatte ihn gefunden, es war sein Schatz, sein Eigentum. Und mit seinem Besitz kann er schließlich machen was er wollte. Doch der Zauberer, um Bilbos Zukunft besorgt, überzeugte ihm vom Gegenteil und so hinterließ er das gefährlichste aller Schmuckstücke seinem Neffen Frodo. Ob er wusste, welche Bürde er seinem Neffen damit auferlegte, ist fraglich, aber es ist auch eine andere Geschichte...

Die letzten 20 Jahre verbrachte er in Bruchtal bei den Elben, wo er deren Lieder und Geschichten weiter übersetzte und wo er an seinem Buch weiterschrieb. Nicht mehr unter dem Einfluss des Ringes stehend machte das Alter hier keinen Halt vor Bilbos Haustür und so sah man ihm an, wie die Zeichen der Jahre auch ihn einholten. Und auch wenn nicht mehr so agil wie vorher, stellte er hier in Imladris noch den Großteil des "Roten Buches der Westmark" fertig, bevor er am Ende des Dritten Zeitalters, und nach der Vernichtung des Herrscherringes zusammen mit Frodo und den Trägern der drei Elbenringe, inzwischen 133jährig, in den Alten Westen fuhr. Mit Sicherheit hat er dort gefunden, wonach er suchte:

"Vielleicht finde ich sogar einen Ort, wo ich mein Buch zu Ende schreiben kann. Ich habe mir schon einen hübschen Schluss ausgedacht: Und er lebte glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage."

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:22