Falls Aragorn diesen Krieg berlebt, werdet ihr dennoch getrennt sein. Falls Sauron besiegt und Aragorn Knig ist und alles, worauf du hofftest, sich erfllt hat, wird er dennoch bitter das Los der Sterblichkeit erfahren. Herr der Ringe, Die zwei Trm
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KÖNIG THINGOL

Vor dem Angesicht Thingols und Melians überbrachte Gethron die Botschaft Morwens. Thingol nahm sie wohlwollend entgegen und setzte Túrin auf sein Knie zu Ehren Húrin, des Mächtigsten der Menschen, und Berens, seines Verwandten. Diejenigen, die Zeugen waren, wunderten sich, denn es war ein Zeichen, dass Thingol Túrin als Pflegesohn annahm. In jenen Zeiten pflegten Könige dies nicht zu tun, und niemals wieder behandelte ein Elbenfürst einen Menschen so zuvorkommend.
(Aus: Narn i Hîn Húrin; Die Geschichte der Kinder Húrins)

Elwe Singollo, wie der spätere König von Doriath von Geburt aus hieß, war eine der wohl bedeutendsten Elben im ganzen Ersten Zeitalter: Als Gatte Melians war er der einzige, bei dem eine Ehe zwischen einem Sterblichem und einer Unsterblichen jemals zustande gekommen war; als Pflegevater Túrins war er der einzige König, der ein fremdes Kind als das seine angenommen hatte und durch seine Tochter Luthien wurde er später gar zum Besitzer einer der Silmaril Feanors. Er war nicht nur einer der drei Boten Oromes, die vom See des Erwachens nach Aman gesandt wurden, um den Eldar von ihrer neuen Heimat zu berichten, sondern er war auch einer der beiden Fürsten, die die Elben nach ihrem Erwachen im Cuiviénen Richtung Westen führten. Eine Schlüsselfigur also, der das Schicksal das größte Glück widerfahren und im gleichen Augenblick das schwerste Los ertrugen ließ...

Als Elwe die Elben Richtung Aman führte, traf er im Wald von Nan Elmoth auf Melian, deren Schönheit und Stimme ihn in einen wahren Liebesrausch versetzte. Die Zeit um sich vergessend zogen viele Jahre ins Land, ehe er aus diesem wieder erwachte. Doch als die Zeit gekommen war, sich wieder seinen Brüdern und Schwestern zu zeigen, musste er feststellen, dass viele von ihnen schon seinem Bruder Olwe in den Alten Westen gefolgt waren und so blieb er, an der Seite Melians, zurück in Mittelerde.

Unter dem Namen Elu Thingol - Graumantel - führte er fortan jene Sindar, die noch wie er in Mittelerde weilten, denn sie sahen den silberhaarigen und großen Elben wie von selbst als ihren obersten Fürsten an. Mit ihrer Hilfe errichtete er in Doriath ein Königreich, dass an Schönheit und Reichtum nur noch von Gondolin, der einstigen Königsstadt in Beleriand, übertroffen wurde. Friedvoll herrschte und regierte er in der langen Zeit des Zeitalters der Sterne und mit seiner Macht wuchs auch der Wohlstand in seinen Mauern. Selbst die Kriege des Ersten Zeitalters konnten weder ihm noch seinem Land etwas anhaben, denn durch Melian waren sie durch einen Zauber geschützt: Der Gürtel Melians, wie er in den Annalen der Geschichte genannt werden sollte, hielt jeden Eindringling von den Mauern des Königreiches fern und sollte es dennoch jemanden gelungen sein, den Gürtel zu durchdringen und den wachsamen Augen der Adler zu entkommen, so schützten sieben äußere Ringe das Land Thingols - sieben Ringe, die man nicht durchqueren konnte.
(Doch gelang es keiner Menschenseele bis hierhin vorzudringen. Einzig Beren konnte dieses Land durchqueren und später auch Carcharoth, doch war letzterer ja auch kein Mensch.)

Fünfhundert Jahre lang sollte der Frieden in dem kleinen Königreich vorherrschen. Doch sah Melian das Ende Doriaths voraus und so riet sie ihrem Mann, sich ein anderes Heim zu schaffen, eines, in der er von äußeren Einflüssen geschützt würde und auch wenn Thingol nicht jeden Ratschlag seiner Gattin befolgte, so tat er, wie ihm geheißen und ließ sich von den Zwergen den Höhlenpalast Menegroth - besser bekannt unter "die Tausend Grotten" - anfertigen. Liebevoll arbeiteten die Zwerge jedes noch so kleine Elbendetail aus, aber Stein ist eben nichts Lebendes und so verbrachte das Königspaar nur selten ihre Tage in den Mauern Menegroths. Wie die letzten Jahrhunderte zeigten war Thingol eh niemand, der viel von Waffen und Kriegen hielt, auch wenn seine Waffenkammern gefüllt und seine Heere gut ausgebildet waren. Er selbst aber schien sein Aranruth - Königsgrimm - nur selten zu benutzen.
(Geschichtliche Information: Aranrúth gelangte später in den Besitz der Könige von Númenor. Ebenso wie auch andere Klingen, welche den Getreuen des Königs manchmal als Auszeichnung verliehen wurden.)

Loyalität war etwas, was dem Elbenkönig sehr wichtig war und so konnte er sich ganz und gar nicht mit dem Sippenmord von Alqualonde anfreunden. Er verbot Feanors Söhnen, jemals einen Fuß in sein Königreich zu setzen und erklärte gar die Sprache der Noldor, das Quenya, als unerwünscht. Doch da er auch ein gerechter König war, unterhielt er mit den Kindern Finarfins (Aegnor, Angrod, Finrod und Galadriel) weiter Freundschaft, hatten diese mit dem Gemetzel Feanors am Schwanenhafen der Teleri doch nichts zu tun.

Dass er in all seiner Weisheit und seinem Edelmut aber auch nur ein gewöhnlicher Sterblicher war, zeigte sich vor allem, wenn es um seine Tochter Lúthien ging. Da er diese über alles liebte, konnte er nicht mit ansehen, wie sie ihr Herz an Beren, einem Menschen, verlor. Würde uns Beren so gegenübertreten, wie er es beim König tat, täten wir wahrscheinlich auch anders denken, doch wusste Thingol nicht, warum Beren wie ein gebrochenes Etwas aussah. Da er seiner Tochter aber nicht gern einen Wunsch abschlug, stellte er ihm eine Aufgabe, dessen Ausgang an Tragik kaum zu überbieten war: Er wünschte einen der Silmaril, die von Feanor einst angefertigt und von Morgoth gestohlen wurden. Beren, auch wenn alt und gebrechlich wirkend, sah keinen Grund, warum er den Preis, den der Vater Lúthiens forderte, nicht zahlen sollte und so machte er sich auf den Weg.

Beren brachte das Brautgeschenk und Thingol, der Zeit seines Lebens ein Elb von Ehre war, hielt sein Versprechen. Dennoch hätte er sich gut daran getan, den Söhnen Feanors den Silmaril auszuhändigen, als diese darum baten. Doch immer noch erzürnt von dem, was Feanor seinen Brüdern und Schwestern angetan hatte, lehnte er ab. Nicht einmal Melian konnte ihn vom Gegenteil überzeugen und so wandte sich das Schicksal gegen Thingol. Als er den Zwergen die Gemme brachte um sie in das Halsband Nauglamír einfassen zu lassen, gerieten sie alsbald darüber in Streit und nach einem harten Wortgefecht erschlugen sie den König.
(Geschichtliche Information: Nicht nur Feanors Fluch ging damit in Erfüllung. Mit dem Tod des Königs durch die Zwerge entstand eine Fehde zwischen den Kindern Ilúvatars und den Kindern Aules, die noch bis zum Ende des Dritten Zeitalters anhalten sollte. Elben und Zwerge trauten fortan nur noch dem jeweils anderen soweit, wie sie ihn sehen konnten. Beigelegt wurde diese erst im Ringkrieg, als beide Völker Seite an Seite gegen Sauron kämpften.)

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:21