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DIE SECHS SCHLACHTEN BELERIANDS

"Alles begann mit dem Schmieden der Großen Ringe" - so jedenfalls sagt es Galadriel und doch hätte gerade sie es besser wissen müssen, wo sie doch zu den wenigen Auserwählten gehört, welche Beleriand noch in all seiner Pracht sehen und erleben durften. Es begab sich zu einer Zeit, als man an die Gemeinschaft des Ringes noch gar nicht dachte, als Namen wie Frodo und der Schicksalsberg noch gar nicht geschrieben waren und als man von einer drohenden Gefahr aus dem Osten drei Zeitalter später noch gar nichts wusste, dass ein Elb namens Feanor das zustande brachte, wovon jemand wie Sauron - oder wie immer man ihn auch nennen würde - nicht einmal zu träumen wagte. Die Rede ist von den Silmaril, jenen Edelsteinen, die mit dem Licht der Zwei Bäume gefüllt waren und so nach der Vernichtung Telperions und Laurelins durch Ungoliant begehrter waren als jemals zuvor...

Man mag Feanor dafür verurteilen können, dass er Yavannas Bitte nicht entsprach und ihr die Edelsteine nicht gab, mit denen sie die Zwei Bäume von Valinor hätte retten können, dennoch sollte man bei allem, was man auch denken möge, eines nicht vergessen: "Der Geringe wie der Hohe kann manches Werk nur einmal vollbringen, und an diesem Werk hängt mein Herz. Ich kann vielleicht meine Steine hergeben, doch nie mehr werde ich ihresgleichen schaffen; und wenn ich sie zerbrechen muss, so zerbreche ich mein Herz, und ich werde erschlagen, als erster von allen Eldar in Aman." (Zitat Feanor, aus Feanors Fluch, S.37). Diese Worte mögen hart und vielleicht sogar eingebildet klingen und doch sprach er nur Wahres. Die Silmaril waren kein Schatz aus Gold und Silber, welchen man jederzeit wieder neu anfertigen könnte, nein, sie waren etwas von solcher Größe und Schönheit, dass nicht einmal die Valar es fertig brachten auch nur Ähnliches zu erschaffen. Doch einzig Aule verstand, was man von Feanor zur Rettung der Zwei Bäume wirklich verlangte.

Vielleicht, nur vielleicht wäre alles ja auch ganz anders gekommen, wenn Melkor - jener Vala, dessen Sucht nach Macht und Individualität größer war als Ilúvatar es ihm zugestand - nicht über die Gabe verfügt hätte die Kinder Erus nur mit der Kraft seiner Worte in seinen Bann zu ziehen; Worte, von denen jedes einzelne mehr Macht hatte als die stärkste Waffe der Eldar und Worte, die wie Salz auf den Wunden jener Elben waren, die in ihrem Denken und in ihrem Sein den rechten Weg noch nicht gefunden hatten.
So gelang es auch Melkor die Gedanken Feanors zu beeinflussen und ihm eine Freundschaft vorzugaukeln, an dessen Aufrichtigkeit der Elb anfangs auch nicht zweifelte. Warum sollte er auch? In seinen Augen sprach der Vala das aus, was er tief in sich fühlte, auch wenn er sich der Tatsache nicht bewusst war, dass seine Seele nur das widerspiegelte, was sie sollte.
Wie dem auch sei. Geblendet von den falschen Versprechungen des Vala und überzeugt davon, dass er niemals wieder einen Silmaril mit seinen eigenen Händen erschaffen könnte, lehnte Feanor die Bitte um die Herausgabe der Edelsteine ab, was nicht nur das Ende von Tag und Nacht - so wie es Telperion und Laurelin mit dem stetigen Wechsel ihrer Blüten verhießen - bedeutete, sondern es war auch das Ende des Friedens im Segenreich, so man denn nach der Verwüstung Ungoliants überhaupt noch von einem Solchen sprechen konnte. Feanor brachte die Gemmen nach Formenos, wo er sie in Sicherheit wähnte, und von wo aus sie ihm dennoch von Melkor gestohlen wurden, als man in Valinor immer noch damit beschäftigt war, den Elb von der Wichtigkeit der Silmaril, bzw. deren Licht, für das Segenreich zu überzeugen.

Melkor hatte also, wonach sein Herz sehnte und Feanor wollte zurück, woran sein Herzblut hing und beide waren bereit dafür bis ans Ende ihrer Tage zu kämpfen. Und so begann er, der große

JUWELENKRIEG,

auf dessen einen Seite die Noldor kämpften (in manchen Schlachten mit der Unterstützung der Sindar, der Edain, der Zwerge und der Ostlinge) und auf der anderen Seite die Armeen Melkors, welchen man überall fortan nur noch Morgoth nannte.

In all den Jahrhunderten aber, welche dieser Krieg insgesamt dauerte, änderte sich der Grund, warum man eigentlich gegeneinander in die Schlacht zog:
Die Noldor (und ihre "Anhänger") wollten lediglich zurückgewinnen, was man Feanor einst gestohlen hatte und wofür der Elb - blind vor seiner eigenen Rache - in der Zwischenzeit über Leichen ging.
Morgoth hingegen ersann mehr: Die Silmaril sowieso schon in seinem Besitz habend und darauf vertrauend, dass ihm diese niemand mehr nehmen könnte, wollte nicht nur seine "Feinde", die Noldor, vom Erdenrund entfernen, sondern er wollte Beleriand erobern und somit beherrschen und so zog sich der Große Juwelenkrieg über insgesamt 555 Jahre; er begann 56 Erstes Zeitalter mit der Dagor-nuin-Giliath und endete 601 EZ mit der Großen Schlacht und dem Untergang Beleriands...

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DAGOR-NUIN-GILIATH
(DIE SCHLACHT UNTER DEN STERNEN)

Dieser auch Zweite Schlacht genannte Kampf ereignete sich bereits kurz vor dem Aufgang des Mondes und hatte - obwohl er "nur" zehn Tage andauerte - eines der berühmtesten Opfer in diesem Krieg: Feanor, der in diesem Fall auch der Auslöser für diese Schlacht war.

Seine Rückkehr nach Mittelerde blieb Morgoth nicht verborgen, und so entsandte dieser seine enormen Truppen zum See nach Mithrim, nachdem er durch die Echos der Lammoth und den Brand bei Losgar auf den Elben aufmerksam gemacht wurde.
Sein Plan war es, die Noldor zu liquidieren, noch ehe diese wüssten, wie ihnen geschieht, doch hatte der Vala nicht bedacht, dass die Elben durch ihren Aufenthalt in Aman ebenso wie er gestärkt und gekräftigt wurden und so gelang es ihnen, das Orkheer zurück nach Ard-galen in die Flucht zu schlagen.
Auch dem zweiten von Morgoth ausgesandtem Heer erging es nicht besser, denn es gelang ihnen nicht - wie geplant - den Orks zu Hilfe zu eilen, da sie bei Eithel Sirion von Celeborn geschlagen bzw. ebenfalls in die Flucht getrieben wurden.

Dennoch war Morgoth nicht der große Verlierer, für den man ihn jetzt halten könnte: entfesselt in seinem Hass gegen den Valar, in dessen Besitz er immer noch die Silmaril wähnte, zog Feanor wider besseren Wissens fast ungestüm in die Schlacht und geriet dabei in eine Gruppe von Balrogs. Im Kampf mit ihnen - insbesondere gegen Gothmog - zog er sich so starke Verletzungen zu, dass er an deren Folgen starb, obgleich seine Söhne ihn noch zu retten versuchten.
Kurz nach dem Tode des Schöpfers der Silmaril spielte Morgoth dann seine vorerst größte Trumpfkarte aus: Arglistig bot er seinen Gegnern Verhandlungen an, welche - nur Ilúvatar weiß warum - auch darauf eingingen. Sein wahres Gesicht aber zeigte dieser erst, als er im weiteren Verlauf Maedhros von Balrogs gefangen nehmen und nach Angband verschleppen ließ.

Dort endete dann auch diese Schlacht, denn nachdem die Sonne aufgegangen war, floh Morgoth mit seinen Heeren ebenfalls dorthin, konnte doch keiner von ihnen das Sonnenlicht ertragen...

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DAGOR AGLAREB
(DIE GLORREICHE SCHLACHT)

Wie lang diese Schlacht genau währte, das steht leider nicht geschrieben. Überliefert ist lediglich dass dieses auch als die Dritte Schlacht bekannt gewordenen Gefecht im Jahre 56 des Ersten Zeitalters ausgetragen wurde.

Über diese Schlacht gibt es nicht viel zu berichten und auch Morgoth selbst würde das Desaster, welches er erlitt, sicher am liebsten aus seinen Erinnerungen streichen. Zwar wähnte er sich auf der sicheren Seite, als er seine Heere sowohl durch den Pass des Sirions, durch Maglors Lücke (die von Maglor bewachte Ebene zwischen Himring und den Ered Luin) und in Dorthonion angriffen, doch bedachte er dabei nicht, dass auch seine Gegner sich seit dem letzten Gefecht erholt hatten.
So gelang es den Noldor ziemlich schnell die Orks zu überwältigen und sie mit der Hilfe von Fingolfin und Maedhros nicht nur zum Rückzug zu zwingen, sondern ihnen auch diesen kurz hinter Ard-galen abzuschneiden und sie, während sie wieder nach Angband zu gelangen versuchten, endgültig zu vernichten.

Die Niederlage für Morgoth war katastrophal. Geschwächt von dieser musste er eine fast 400 Jahre andauernde Belagerung von Angband in Kauf nehmen und nur selten wagte sich einer der Diener und / oder Anhänger des gefallenen Vala über die Grenzen der Eisenberge hinaus.
Zwar war es im Jahre 260 Erstes Zeitalter der Drache Smaug, welcher versuchte die Elben anzugreifen, doch auch er scheiterte mehr oder weniger, so dass während der Belagerung von Angband eine Zeit der Ruhe in Mittelerde vorherrschte, welche man in den Annalen der Geschichte als den Langen Frieden bezeichnet

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DAGOR BRAGOLLACH
(DIE SCHLACHT DES JÄHEN FEUERS)

Was Morgoth nach dieser großen Niederlage dachte, das vermag niemand zu sagen. Fakt ist nur, dass er die Zeit nicht untätig nutzte, in denen er in seinen eigenen Mauern wie ein Gefangener leben musste. Im Gegenteil. Fast wie zum Trotz züchtete er sich vor den Augen seiner Feinde - und dennoch ungesehen von ihnen - eine Armee, die alles andere je da gewesene in den Schatten stellte und so holte er im Winter des Jahres 455 Erstes Zeitalter zum Gegenschlag aus und leitete damit die Vierte Schlacht von Beleriand ein.

Er brach den Langen Frieden in dem er die Belagerung von Angband sprengte und so gewaltige Feuerströme aussandte, dass nicht nur die Ered Wethrin, Ard-galen und der untere Bereich Dorthonions versengt wurden, sondern auch viele der in dieser Ebene stationierten Noldor ums Leben kamen und um auf Nummer sicher zu gehen folgte diesem tödlichen Flammenmeer ein Heer aus Orks und Balrogs, welches von Glaurung begleitet wurde.
Nicht besser erging es Maedhros und seinen Mannen am Aglon-Pass, denn obgleich dieser nach einem ersten Gemetzel aufgegeben und später von seiner Armee wieder geschlossen wurde, musste er dennoch aufgegeben werden nachdem es Glaurung gelang Maglors Lücke zu durchbrechen und sowohl Thargelion als auch den Norden des Ramdal zu verwüsten.
Fast noch schlimmer ging es im Westen zu: Fingolfin und Fingon wurden im Kampf gegen die Armee von Morgoth immer weiter in Richtung Ered Wethrin gedrängt, während am Eithel Sirion Hador im Ringen um diese Festung gar erschlagen wurde. Nun lag es an Finrod, die Festung zu verteidigen, doch auch er konnte sich nicht gegen das Heer von Morgoth durchsetzen und wäre sicher ebenfalls erschlagen worden, hätte Barahir ihn nicht aus dieser Situation befreit. Beiden gelang es im weiteren Verlauf des Kriegens Eithel Sirion zu halten, auch wenn die Verluste, welche die Armeen Finrods und Barahirs erlitten haben, immens waren.
Und wie sah es in Dorthonion aus? Die Noldor und die Menschen dort wurden bezwungen und der Fürst des Ersten Hauses der Edain, Bregolas, sowie Finarfins Söhne Aegnor und Angrod, fanden den Tod.
Die Schlacht des Jähen Feuers war verloren. Der Hohekönig der Noldor, Fingolfin, aber wollte sich nicht einfach damit abfinden. Er ritt nach Angband und forderte Morgoth zu einem Zweikampf heraus, den dieser - beflügelt von seinem errungenem Sieg - auch annahm und bei dem er sich selbst wohl das größte Geschenk machte: Obgleich durch den Elben mit insgesamt sieben Wunden schwer verletzt, erschlug er Fingolfin...

Im Frühjahr des Jahres 456 Erstes Zeitalter war diese Schlacht vorüber. Ein relativ kurzer Zeitraum, wenn man bedenkt, wie alt Elben werden können und dass die Valar unsterblich sind und dennoch reichte dieser aus um Morgoth einen seiner größten Triumphe feiern zu lassen und aus Elbensicht Dorthonion und Ard-galen zu verlieren - von den unzähligen Opfern einmal ganz zu schweigen.

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NÍRNAETH ARNOEDIAD
(DIE SCHLACHT DER UNGEZÄHLTEN TRÄNEN)

"Die Schlacht der ungezählten Tränen" - was so poetisch klingt war in Wirklichkeit der schlimmste Krieg in der Geschichte Beleriands, ausgetragen ab dem Sommer des Jahres 472 des Ersten Zeitalter zwischen den Heeren Morgoth' auf der einen Seite und Maedhros Bund (bestehend aus den Noldor von Hithlum [angeführt von Fingon], den aus Dor-lómin stammenden Edain des Dritten Hauses [Húrin und Huor], die Haladin von Brethil [Haldir], ein paar Falathrim, die Elben aus Nargothrond [Gwindor], Mablung und Beleg aus Doriath sowie 10.000 Gondolindrim [Turgon], welche allesamt das Westheer bildeten, und Maedhros und die weiteren Söhne Feanors mit ihrem Heer, die aus Belegost und Nogrod stammenden Werge und die von den Söhnen Bórs und Ulfangs angeführten Ostlinge, welche das Ostheer bildeten) auf der anderen.

Angefangen hatte diese Fünfte Schlacht durch das Vorrücken Morgoths und seiner Armee gegen das zu diesem Zeitpunkt unter der Führung von Fingon stehende Westheer. Gwindor, noch voller Emotionen über den gewaltsamen Tod seines Bruders Gelmir, durchbrach in seiner Trauer und Wut die Linie seiner eigenen Armee und drängte Morgoth - gestärkt durch das Heer von Fingon - innerhalb der nächsten 72 Stunden bis fast nach Angband zurück. Den Sieg vor Augen sah er sich plötzlich in der Gefangenschaft von Morgoth, der durch seine Mannen alle umbringen ließ, welche Gwindor begleiteten.
Am vierten Tag aber ließ Morgoth seinerseits seine Armeen durch unzählige Geheimtore im Thangorodrim stürmen, welche das Aufgebot der Elben nicht nur wieder zurückdrängten, sondern dieses auch fast dezimierten. Selbst die herbeinahenden Haladin konnten dem nichts entgegensetzen. Im Gegenteil. Die meisten von ihnen sahen - wie ihr Fürst Haldir - das Tageslicht nie wieder.
Auch die Nacht des fünften Tages verhieß nichts Gutes, denn die Orks aus den Reihen Morgoth umzingelten das Heer von Hithlum. Dann aber - der Tag war gerade 3 Stunden alt - vernahm man das Horn von Turgon und in den kämpfenden Männern keimte ein Funken Hoffnung, als der durch die Bewachung des Sirion-Passes im Süden gebliebene Turgon mit seinem Gondolin-Heer heranrückte. Noch voll Stärke seiend kämpften sie sich den Weg durch das Orkheer bis zu Húrin und Turgon frei, als man abermals das Geräusch von Trompeten - diesmal die von Maedhros - vernahm, der von Osten heranrückte, während sich die Söhne Feanors der Armee Morgoths vom Süden her näherten. Der Sieg war zum Greifen nah, doch so wie drei Zeitalter später hatte auch Morgoth seine "größten Krieger" noch nicht entsendet, was er - die Niederlage vor Augen - postwendend nachholte. Beim Anblick dieser Armee, welche aus Wölfen, Balrogs, Drachen und Glaurung bestand, schlug die Hoffnung von Maedhros Bund in Angst und Verzweiflung um. Schlimmer aber als dieses Heer war der Verrat in den eigenen Reihen. Die Ostlinge, kurz zuvor noch auf der Seite der Noldor und deren Verbündeter kämpfend, offenbarten ihre wahren Absichten und schlugen sich auf die Seite von Morgoth, gefolgt von jenen, die sich in den Hügeln im Osten versteckt hielten. So von drei Seiten umzingelt, hatte das Heer von Maedhros keine Chance und so zerstreute es sich in sämtliche Himmelsrichtungen.
Dennoch gab es eine Armee, die allem Übel zum Trotz stärker war als die Angst, welche Morgoth aussandte, edler als die Elben, die um Fingon kämpften und loyaler als die Ostlinge, die später die Edain verrieten: Die Naugrim. Während alle anderen flohen und sich teilweise feige versteckten stellten sie sich ihrem Feind. Geschützt durch ihre Kriegermasken ertrugen sie alles Feuer, welches Glaurung und seine Armee aussandte und kesselten ihn letztendlich ein. Die beinahe größte Heldentat aber vollbrachte Azaghâl, seinerseits der Fürst der Zwerge von Belegost. Während sich Glaurung über ihn ausbreitete und zu zermalmen versuchte, stieß Azaghâl mit aller Kraft, die er aufbringen konnte zu und fügte so mit seinem letzten Atemzug dem Vater aller Drachen eine solche Wunde zu, dass dieser vor Schmerzen die Flucht ergriff und ihm alle Kreaturen seiner Armee folgten. Der Weg für den Rückzug der Noldor war nun frei, auch wenn die Zwerge einen hohen Preis dafür zahlten.
Dennoch hatte das Westheer keine Zeit zur Ruhe zu kommen, denn nun entsandte Morgoth alles, was er noch aufzubieten hatte und dies war im Ergebnis dreimal so viel, als Finrod und seine Mannen ihm entgegenstellen konnten. Gothmog, Fürst der Balrogs und nunmehr Feldheer von Angband trieb einen Keil zwischen die Armeen von Fingon sowie Turgon und Húrin und während Letztere immer weiter zum Fenn von Serech abgedrängt wurden, stand der Hohekönig bald allein zwischen Gothmog und einem weiteren Balrog, was den baldigen Tod für den Noldor und seinem ganzen noch verbliebenem Aufgebot bedeutete.
Den letzten Versuch eines Widerstandes leisteten nun die Menschen von Dor-lómin, denen das Wohl der Noldor wichtiger war als ihr eigenes. Sie bestanden darauf, dass Turgon mit seiner Armee zurückkehrte nach Gondolin, während jeder einzelne von ihnen kämpfen würde bis zu seinem Ende. Und da alle bis auf Húrin, welcher von Gothmog gefangen genommen wurde, dies auch taten, gilt der Kampf der Männer von Dor-lómin in dieser Schlacht als die ruhmreichste Tat in der Geschichte aller Edain.

Dies war das Ende der Nírnaeth Arnoediad und gleichzeitig der Beginn allen Schreckens in Beleriand. Morgoth hatte die Willenskraft all seiner Gegner gebrochen, die Edain und Noldor im Westen vernichtet und die Armeen im Osten auf den Himring und den Amon Ereb zurückgedrängt. Thargelion und Beleriand östlich des Ramdal standen erneut unter der Herrschaft Morgoths und das sollte sich auch die nächsten einhundert Jahre nicht ändern.
Im Gegenteil. Es war das Jahr 496 EZ als Nargothrond geschleift und kurz darauf Menegroth geplündert wurde, ehe in fast letzter Instanz im Jahre 511 EZ die letzte noch verbleibende Elbenfestung, Gondolin, ebenfalls zerstört wurde.

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KRIEG DES ZORNS
(DIE GROSSE SCHLACHT)

Nur wenig wurde über diese letzte Schlacht geschrieben, obgleich sie in ihrer Größe den anderen fünf Vorangegangenen in nichts nachstand. Keine Geringeren als die Valar und die Maiar selbst betraten hierfür zum dritten - und letzten - Mal Mittelerde, denn sie waren nicht länger gewillt, den Untaten Morgoths freie Bahn zu lassen.

Als das Heer von Valinor auf die Armeen des Westens und des Nordens trafen und sie sich gemeinsam dem Aufgebot Morgoths gegenüberstellten, nahmen sie den ganzen Norden Beleriands ein, denn beide Truppenmächte waren von so immenser Größe, dass der Platz in Anfauglith nicht ausreichte.
Die Schlacht an sich war kurz, denn es dauerte nicht lange und die Balrogs von Morgoth wurden vernichtend geschlagen und die wenigen, die überlebten, flohen und versteckten sich ebenso wie die Armee der Orks, welche der Vala ebenfalls ausgesandt hatte.

Es folgten Jahre des Friedens, doch Morgoth hatte immer noch nicht aufgegeben, auch wenn er sich lange Zeit aus Angst selbst in Angband versteckt hielt. Dann aber ließ er Kreaturen auf seine Feinde los, welche nie zuvor ein Lebewesen in Mittelerde außerhalb Angbands gesehen hatte. Geflügelte Drachen von enormer Größe, gerüstet mit Donner und Blitz und einem Sturm von Feuer griffen das Heer der Valar so überraschend an, dass diese schlussendlich zurückgedrängt wurden.
Morgoth aber hatte nicht viel von seinem erneuten Triumph. Earendil zog mit weißer Flamme leuchtend und von allen großen Vögeln des Himmels um Vingilot begleitet, herauf und es gab erneut ein Gefecht, welches den ganzen Tag und die ganze Nacht lang dauerte. Niemand war in der Lage hervorzusehen, welche Armee am Ende als Sieger hervorgehen würde, bis Earendil vor Sonnenaufgang Ancalagon, den größten Drachen aus dem Heer von Morgoth, erschlug und dieser bei seinem Sturz von Himmel die Türme des Thangorodrim zerbrach. Bei Sonnenaufgang waren ebenfalls fast alle anderen Drachen getötet und der Rest von Morgoths Höhlen ebenfalls zerstört bzw. angedeckt. Der Vala floh vor seinesgleichen, doch konnte auch er am Ende gefangengenommen und seinem gerechten Urteil zugeführt werden...

Der bis dahin größte Feind Ardas war besiegt, die entwendeten Silmaril wieder in der Hand der Noldor und eigentlich hätte alles von nun an so schön sein können, hätte diese letzte Große Schlacht nicht Beleriand so arg zerstört, dass es zum Schluss auf keiner Karte mehr zu finden war.

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***

"Alles begann mit dem Schmieden der Großen Ringe"? Nein, alles endete fast mit der Erschaffung der Silmaril. Das Größte, was je aus der Hand eines Elben gekommen war, war das Schönste und Schrecklichste zugleich, verhieß Licht und Dunkelheit, Freud und Leid, Krieg und Frieden. Der Schöpfer dieser Gemmen fand mit Abertausenden seinesgleichen den Tod und die Gefangennahme des Diebes dieser Edelsteine bedeutete den Untergang eines ganzen Kontinentes. Ein hoher Preis für das Leuchten von ein paar "neuen Sternen" am Himmel von Arda...

Ob Feanor sie wohl angefertigt hätte, wenn er geahnt hätte, welch Schrecken sie heraufbeschwören?

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:21