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SAURON

"Gib mir eine Armee, die Mordors würdig ist." (LotR, TTT)

Dunkel und angsteinflößend waren die Worte Saurons, in denen man jede Menschlichkeit vergeblich suchte. Finsternis umgab die Orte, an denen er sich aufhielt, Kälte erfüllte die Herzen der Lebewesen, wenn er sich ihnen näherte und Tod und Verderben waren die einzigen Sachen, die er der Menschheit Mittelerdes zu geben hatte. Sauron, der Abscheuliche, war der größte Feind einer Welt, für die es fast kein Morgen gegeben hätte...

Gänsehaut bekam ein jeder in Mittelerde, der nur seinen Namen hörte, denn was er war, das wusste schon das kleinste Kind: Das personifizierte Böse, all das schrecklichste, unmenschlichste und verachtenswürdigste, was man sich vorstellen konnte, komprimiert in einer einzigen Person. Worte wie Freundschaft und Hoffnung waren ihm genauso fremd wie Träume, Liebe und Barmherzigkeit. Doch wer er wirklich war, wer sich hinter dem abscheulichen Gesicht dieses dunklen Herrschers verbarg, das wussten die wenigsten und selbst die, die es hätten sagen können, schwiegen darüber.

Gorthaur, wie sein Name im Sindarin lautet, war zu Zeiten, als Arda erschaffen wurde, ein Maia im Gefolge des Vala Aule, doch schon sehr bald erkannte er, dass Melkor der stärkste und intelligenteste von allen war und so schloss er sich ihm an. Seine Loyalität ihm gegenüber war aufrichtig und so konnte sich Melkor der Treue Saurons in all den Jahren sicher sein, selbst in einer Zeit, da es nicht so gut um Melkor stand. Sauron war fasziniert von der Kraft und dem Durchhaltevermögen Melkors, obgleich seine eigenen Fähigkeiten niemals an die Morgoths wie Melkor in Mittelerde genannt wurde heranreichten und so errichtete er seinem Vorbild bald einen Tempel in Númenor.

Bis weit ins Erste Zeitalter hinein reichte der Zusammenhalt zwischen Morgoth und Sauron. In den Festungen Angband, Tol Sirion und Dorthonion diente er ihm als Kommandant und Oberbefehlshaber und sogar für die Dressur von Wölfe war er verantwortlich. Als Melkor dann von Aule gefangen genommen und nach Valinor gebracht wurde, versteckte er sich eine zeitlang in finsteren Höhlen und Gegenden. Doch dem schattenhaften, vampirgleichen Leben konnte er nicht viel abgewinnen und so ergab er sich nach dem Fall von Angband Manwes Herold Eonwe.

Doch nach all den Jahren im Dienste Morgoths sah er sich außerstande in Valinor um Vergebung zu bitten und so zog es ihn zurück nach Mittelerde. Er nahm sich der Völker an, die einst schon Melkor die Treue schworen und fand im Osten Mittelerdes, bei den Wildesten der Wilden, neue Anhänger für seinen teuflischen Plan, über den niemand mehr so genau sagen kann, wann er ihn schmiedete. Sauron hatte all das Gute, was vielleicht einmal in ihm war, unter Melkors Herrschaft verloren und sich nun vollends der dunklen Seite hingegeben. Ob er an Melkor nur heranreichen oder sein Werk gar vollenden wollte, das vermag niemand zu sagen, doch in Anbetracht der Zeit, die nun heranbrach, ist dies auch nicht wirklich von Bedeutung...

Unter dem Namen "Annatar" ging er nach Eregion, wo er schon bald der "Herr der Geschenke" genannt wurde. Aufrichtig wie sonst selten in seinem Leben machte er den Elben klar, dass auch sie das Recht haben sollten, Fortschritt zu erlernen und so zu leben wie jene von ihnen, die in Valinor existierten. Viele glaubten seinen Worten und so war es für ihn ein Leichtes, die neunzehn Ringe der Macht zu erschaffen. Zufall oder Absicht, dass er sich für sein Lebenswerk ausgerechnet Celebrimbor, den Enkel Feanors, aussuchte? Immerhin war und ist Feanor für jenes Werk bekannt, welches Valinor Hilfe und zugleich den Untergang bedeutete: die Schöpfung der Silmaril.

Celebrimbor hatte keinen Grund, die Absichten Annatars zu hinterfragen, denn sein Verhalten schien aufrichtig und sein Wissen unbegrenzt. Freigiebig teilte Sauron es mit ihm und so erschuf der Elb unter seiner Anleitung die Ringe der Macht. "Drei wurden den Elben gegeben, unsterblich und die weisesten und reinsten aller Lebewesen. Sieben den Zwergenherrschern, großen Bergleuten und geschickten Handwerkern in ihren Hallen aus Stein. Und neun, neun Ringe wurden den Menschen geschenkt, die vor allem anderen nach Macht streben."

Doch eines verheimlichte Annatar: "... es wurde noch ein Ring gefertigt. Im Lande Mordor, im Feuer des Schicksalsberges schmiedete der Dunkle Herrscher Sauron heimlich einen Meisterring, um alle anderen zu beherrschen. In diesen Ring floss seine Grausamkeit, seine Bosheit und sein Wille alles Leben zu unterdrücken. Ein Ring sie zu knechten...." Doch nicht allen konnte er dies verschweigen. Als er den Meisterring benutzte, als er versuchte, jene, die ihn trugen, in seinen Bann zu ziehen, blieb dies den Elben nicht verborgen und so tat Celebrimbor das einzige, was er in diesem Moment für richtig hielt: Er brachte die Ringe Nenya, Narya und Vilya zu Gil-galad und Galadriel jenen Elben, die er für stark genug hielt, der Macht der Ringe gewachsen zu sein - in Sicherheit, bevor Sauron ihn gefangen nahm, folterte und letztendlich das Leben nahm.

Um sein Werk zu vollenden suchte er in ganz Mittelerde nach den Ringen, denn nur, wenn sie an den "richtigen" Fingern steckten, würde er über alles herrschen können. Doch die Elbenringe blieben ihm verborgen und von den Zwergenringen waren viele unauffindbar oder schon in den Mägen verschiedener Drachen und Balrogs gelandet. Nur die Ringe der Menschen standen ihm noch zur Verfügung. Und wenngleich die Könige, die sie trugen, schon ihre Wandlung in Ringgeister die Nazgûl abgeschlossen hatten und sich dem Willen Saurons beugten, so war der Dunkle Lord noch nur ein Schatten seiner selbst. All seine Energie hatte er in den Ring gesteckt und noch keine Zeit gehabt, sich zu erholen.

So wurde er schließlich zum einen durch das Bündnis Gil-galads und der Númenórer in den Jahren 1693 bis 1701 ZZ in die Flucht geschlagen, bevor er fast 1500 Jahre später durch Ar-Pharazôn gefangen genommen wurde. Als Geisel Númenors wurde er letztendlich gar von Elendil besiegt, als ein Letztes Bündnis aus Elben und Menschen zu einem gemeinsamen Gegenschlag ausholten. Als des Königs Sohn dem Herrscher den Ring vom Finger schnitt, verlor dieser seine Gestalt und musste als körperloses Wesen durch die Wildnis des Ostens ziehen. Zweieinhalbtausend Jahre lang sollte der Ring verschollen bleiben.

Doch Sauron fand nach einer Zeitspanne von fast zehn Menschenleben allmählich wieder zu seiner alten Kraft zurück. Er nannte eine Hülle, die einer menschlichen Gestalt nahe kam und dennoch so schrecklich anzusehen war, dass er selbst nie seine neuerbaute Festung Barad-dûr verließ, sein eigen und ließ nach dem Ring suchen. Die Nazgûl, die ihm alle auch nach dem Ringverlust die Treue hielten, durchforsteten ganz Mittelerde vergeblich nach dem Artefakt. Erst im Jahre 3009 des Dritten Zeitalters verriet ihm Gollum, ebenfalls von Sauron gefangen genommen, dass sich der Ring im Auenland befand und von einem Hobbit namens Bilbo Beutlin gefunden wurde.

Abermals hielt er seine Ringgeister an, nach seinem, schon viel zu lang verlorenem, Schmuckstück zu suchen, doch seltsamerweise wussten diese nicht, wo sich das Auenland befand. Sechzig Jahre lang nannte Bilbo den Meisterring in der Zwischenzeit schon sein eigen, bevor er ihn an seinen Neffen übergab, der ihn wiederum auch fast siebzehn Jahre lang in Besitz hatte. Erst als Frodo sich auf den Weg machte, um den Ring aus dem Auenland fortzubringen, fanden die Nazgûl, was sie lange Zeit ergebnislos suchten.

Sauron scharrte unterdessen alle seine Armeen um sich, ließ seine Marionette Saruman in den Verliesen Isengarts wahre Kampfmaschinen Uruk-Hais heranzüchten und bereitete sich so auf die alles entscheidende Schlacht vor. An alles hatte Sauron gedacht, jede Eventualität hatte er in Gedanken durchgespielt und auch der Sieg schien ihm schon zu gehören, als er sich einer Macht geschlagen geben musste, mit der er nicht gerechnet hatte: Jenes Volk, von dessen Existenz er nicht einmal wusste, war gar nicht gewillt, den Ring einzusetzen und ihn gegen Sauron zu gebrauchen, sondern es wollte das kostbarste aller Schmuckstücke einfach nur vernichten.

Und obwohl Frodo nach all der Zeit, da er den Ring trug - genau wie einst Isildur - nicht mehr in der Lage war, ihn in die Feuer des Schicksalsberges zu werfen, so fiel Ash nazg, wie der Meisterring in der Schwarzen Sprache auch genannt wurde, durch die unfreiwillige "Hilfe" Gollums in die Flammen. Und in jenem Moment, als das Metall das Flammenmeer berührte, als es zurück an jenem Ort war, wo es einst erschaffen, erlosch die Macht Saurons. Genau wie Barad-dûr, welches bis auf die Grundmauern in sich zusammenfiel, blieb von dem einstmals größtem Feind Mittelerdes nur noch ein Schatten...

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:07