Klingt mir nach Orkteufelei! Sie kommen mit Feuer, sie kommen mit xten, nagend, brennend, beiend, brechend, brennend! Zerstrer, Eindringlinge! Fluch ber sie! Herr der Ringe, Die zwei Trme
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DER HERR DER RINGE
(Eine Kino-Filmkritik von Estel)

Man nehme ein Kultbuch, welches eigentlich unverfilmbar ist, einen Regisseur, von dem die meisten Zuschauer noch nie etwas gehört haben und stelle 300 Millionen Dollar für die Umsetzung zur Verfügung - fertig ist das Meisterwerk. Doch ist es wirklich der beste Film aller Zeiten?

Aufgesplittet, wie die Bücher Tolkiens, serviert auch Peter Jackson seinen Zuschauern die Welt Mittelerdes als Trilogie, und so vergehen zwischen den einzelnen Teilen jeweils zwölf Monate, ehe man weiß, wie es weitergeht. Nun mag ein jeder sagen, dass man in der Zeit des Wartens ja die Bücher hätte lesen können, aber aus Erfahrung weiß man, dass Filme sowieso nie so gut sind wie die Romanvorlagen und aus diesem Grund täte man sich klüger, seine Neugier in Zaum zu halten. Was, zugegebenermaßen, auch bei diesem Werk der Fall ist.

Während der unbelesene Zuschauer den Film teilweise nicht wirklich zu verstehen vermag, vermisst der eingefleischte Tolkienfan an sehr vielen Stellen die ein oder andere - für ihn wichtige - Passage. Jene, die das Buch verschlungen haben, werden von Filmstellen verwirrt, die es so geschrieben niemals gegeben hatte. Charaktere werden teilweise so verfälscht, dass sie mit dem Original nicht mehr viel gemein haben, wohingegen Sachen dazuerfunden werden, von denen ein Herr J.R.R. Tolkien sicher nicht ganz erfreut gewesen wäre.

Nehmen wir einmal den ersten Teil der Trilogie:

Bei all der Vorbereitung, welche alleine für die Szenen im Auenland nötig waren, hat P. Jackson beim Drehen leider einen wichtigen Punkt vergessen: den Faktor Zeit. Dem Zuschauer wird ebenso wenig vermittelt, dass Frodo alleine den Ring noch einmal 17 Jahre bei sich trägt, ehe er das Auenland verlässt, als auch vergessen wird zu erwähnen, dass Sam, Merry, Pip - und später auch Aragorn in Bree - nicht zufällig da waren. Im Gegenteil, aus einem Geheimbund in den Büchern, der Frodo, ohne, dass er dieses weiß, beschützt, werden im Film Karikaturen, zumindest, was Merry und Pippin angeht.

Dass Boromir eigentlich aus einem ganz anderen Grund in Bruchtal war, scheint ebenso unwichtig wie die Tatsache, dass Aragorn Andúril, die Flamme des Westens, schon vor der Abreise der Gemeinschaft erhalten hat, da Elrond dieses vorher selbst prophezeite. (Nun gut, es verkauft sich ja auch besser, wenn Elrond kurz vor der alles entscheidenden Schlacht bei Aragorn auftaucht und ihm dann gibt, was er für den Kampf benötigt.)

Überhaupt scheint der Film nur aus Helden zu bestehen: Während Legolas nach der Devise lebt: jeder Pfeil ein Treffer (erinnert eigentlich nur mich das an einen Western?), prallen an Aragorn die gleichen auf sonderbare Weise immer ab. (Wer trug denn nun hier das Mithrilhemd?) und selbst Boromir, in Parth Galen schon von zwei schwarzen Pfeilen getroffen, erschlägt schwer verwundet noch unzählige Feinde, ehe er in den Armen Aragorns stirbt - in meinen Augen alles ziemlich Klischeebeladen. Und dann? Dann endet der Film nach zweieinhalb Stunden mit mehr Fragen, als er begonnen hat. Niemand, außer Frodo, scheint noch an Gandalf zu denken, die Uruk-Hais sind einfach wieder weg, ohne Legolas, Gimli und Aragorn auch nur ein Haar gekrümmt zu haben, (werden Elben eigentlich niemals schmutzig?) und Gollum ist einfach in Moria geblieben?

Und die anderen beiden Teile?

Während P- Jackson im zweiten Teil den Zuschauern noch das Gefühl von Angst und Entsetzen, Kampfesgeist und Freude über einen Sieg gegen einen viel zu überlegenden Gegner rüberbringen konnte, ist ihm nicht wirklich eine Steigerung zum letzten und wichtigsten Teil der Trilogie gelungen, in der zwar alles noch gewaltiger und größer war als zuvor, aber da man dies ja schon durch die zwei Türme kannte, war man nicht mehr wirklich beeindruckt.

Überhaupt wirkten die Computeranimationen im zweiten Teil viel echter, gleich ob es sich um Gollum/ Sméagol oder Baumbart handelte, während man in Die Rückkehr des Königs teilweise das Gefühl hatte, Jackson hätte seine Crew ausgetauscht und jene, die Kankra oder die Nazgûltiere zum Leben erwecken sollten, machten dies wohl zum ersten Mal. Wie sonst ist es wohl zu erklären, dass die eben genannten Geschöpfe so künstlich rüberkamen?

Auch gleicht der Schluss des Filmes eher einem Liebesfilm als einem Phantasieepos, aber gut, dies ist wohl Geschmackssache. Fragen allerdings bleiben auch hier, denn viele, welche die Bücher nicht kennen, würden gerne wissen, was nun eigentlich mit Saruman und Gríma passierte, was aus Gimli und Legolas wurde und warum es eine Ehre für Bilbo und Frodo war, mit in den Alten Westen segeln zu dürfen, ebenso wie Gandalf es tat...

~*~*~*~

Nun gut. Auch wenn es vielleicht schwer zu glauben ist, aber trotz der vielen Ungereimtheiten werde ich diese Filme auch weiter gern schauen, denn jeder Regisseur, heißt er nun Spielberg, Coppola oder Emmerich, kann wie Jackson auch nur das Verfilmen, was er beim Lesen empfand, und dafür ist es eigentlich gar nicht mal so schlecht geworden...

In diesem Sinne

Estel

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:20