Hier wirst du dein Dasein fristen, gefesselt an Trauer unter schwindenden Bumen, so lang, bis die Welt sich gewandelt und all deine Lebensjahre aufgebraucht. Herr der Ringe, Die zwei Trme
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OSTERFEST IM AUENLAND

Es war ein wunderschöner Frühlingstag im Auenland. Die Blumen blühten in den Gärten und die Bewohner erfreuten sich an den warmen Sonnenstrahlen im neuen Jahr. Die Bienen summten und gingen ihrer Arbeit nach. Doch nicht nur die Bienen waren fleißig, nein, auch die Bewohner waren emsig am Werken. Das alljährliche Osterfest stand vor der Tür und alle freuten sich riesig darauf. Nun Ostern war ja auch ein wichtiges Fest, wenn nicht sogar das Wichtigste. Alle anderen Feste waren zwar auch lustig und schön, doch Ostern war einfach etwas Besonderes.

Immer am Osterfest wurde ein Vogel geboren. Ein ganz spezieller Vogel. Er war sozusagen ein kleiner Wahrsagevogel. Einmal in seinem Leben sagte er die Zukunft voraus und danach lebte er friedlich und hochgeachtet weiter.

Dieser Vogel, Filigod haered glinna (Vogel der in die Ferne blickt), lebte ausschließlich in den Wäldern vom Auenland. Nirgendwo sonst in Mittelerde ward er je gesehen. Im Frühling, wenn die ersten Blumen erblühten, war seine Zeit gekommen. Das älteste Weibchen flog an den Waldrand und legte ein einziges Ei in das Jahrhunderte alte Nest. Danach flog sie wieder zurück und überließ ihr Ei der schützenden Sonne. Warum dieser Vogel wusste, dass er dieses Ei legen musste, war den Auenländern nicht mehr bekannt. Es lag viel zu weit zurück und in keinem ihrer Lieder kam der wahre Beweggrund zu Tage.

Nur konnte man nie genau sagen, wann im Frühling das Küken schlüpfen würde, und das machte das Osterfest umso interessanter. Die Kinder gingen, sobald das Ei einmal da war, jeden Tag mehrmals nachschauen, ob das Küken jetzt endlich gedenke, das Licht der Welt zu erblicken. Aber es ließ sich Zeit. Dabei war es doch so wichtig; sagte es doch voraus, wie das kommende Jahr verlaufen würde: Ob es ein erntereiches Jahr werden würde, oder eher nicht; ob es viele Kinder geben würde, oder eher weniger, ob die Auenländer ein glückliches Jahr oder eher ein schreckliches Jahr verleben würden. Alles hing von diesem kleinen Küken ab. Zum Glück wusste es nicht, welch große Bedeutung seine Geburt hatte, denn sonst hätte es sich wohl heftig dagegen gewehrt. Doch da es das nicht wusste, gingen die Vorbereitungen auf das große Fest ungehindert weiter.

Fleißig wurden Hühnereier gefärbt und verziert. Man tunkte sie in Zwiebelschalenwasser oder nahm Beerensaft. Es wurden Kräuter darum gewickelt oder man ritzte die gefärbten Eier mit einer Nadel an und verzierte sie so mit Zeichnungen oder Runen.
Auch wurden kleine Geschenke gebastelt. Schließlich wollte man seinen Leuten auch etwas geben. Und da eigentlich jeder jedem etwas schenkte, mussten enorm viele Geschenke gebastelt werden. Es war ein emsiges Treiben im Auenland zu spüren.

Auch Sam wurde vom Fieber des Osterfestes angesteckt. Er hatte schon viele Eier zusammen mit Bilbo und Frodo gekocht und verziert.
"Sind sicher schon bald 100 Eier" dachte er bei sich im Stillen. "Ob diese kleine Anzahl wohl reicht? Ich glaube eher nicht, die sind doch so schnell gegessen. Was meinst du, Herr Frodo?" "Ich denke fürs erste wird es reichen.", erwiderte Frodo und schaute Sam freundlich an.
"Weißt du, Bilbo hat dieses Jahr eine spezielle Idee, was wir verschenken könnten. Deswegen denke ich, werden diese Eier reichen."
"Was hat Bilbo denn im Sinn?", fragte Sam neugierig.

"Sam, steckst du deine neugierige Nase schon wieder in Angelegenheiten, die dich nichts angehen", kam die Antwort von Bilbo, der im Türrahmen stand.
"Aber nein, Herr Bilbo ganz und gar nicht", sagte Sam beschämt und senkte den Kopf zu Boden. "Ich wollte nicht neugierig sein, aber vielleicht kann ich ja helfen."
"Ja, ja Sam wollen wir dir das so glauben. Oder was meinst du, Frodo?" Bilbo sah bei diesen Worten zu seinem Neffen und zwinkerte ihm zu.
"Ja, wir glauben Sam, dass er uns nur helfen möchte. Ich meine, Neugierde ist ja ein Fremdwort für unseren guten Sam." Sam wurde ganz verlegen bei diesen Worten und wusste nicht mehr, wo er hinschauen sollte. "Ach, Sam", lachte Frodo, "du weißt doch, dass wir das nicht ernst meinen. Wir haben dich doch lieb, so, wie du bist."
"Bist du dir da sicher, Herr Frodo?"
"Ja Sam, das bin ich ganz gewiss. Und nun komm und schau, was Bilbo zusammen mit Gandalf vorbereitet hat." Er nahm Sam bei der Hand und zog ihn über den Gartenweg zu einem kleinen Schuppen. Dort öffnete Frodo die Tür und sie sahen Gandalf an einem kleinen Tisch mitten im Raum sitzend und vor sich hin murmelnd.

Sie traten ein und Sam sah, dass im Kamin ein Feuer brannte und es aus dem Kessel dampfte. "Mhhh, das riecht aber lecker. Was ist das denn?", wollte Sam wissen.
"Mein lieber Sam, das ist Schokolade. Ein himmlischer Genuss, wenn ich das so sagen darf", erwiderte Gandalf schmunzelnd. Er stand auf, ging zum Kessel und schöpfte mit einem Löffel ein wenig der braunen dickflüssigen Masse. "Hier versuch' einmal, Sam."
Sam nahm Gandalf den Löffel aus der Hand und steckte ihn gleich in seinen Mund. Seine Augen wurden groß und kugelrund "Ohhhhhh. Ohhhhhhh, das ist aber gut! So süß! Einfach wunderbar...", hauchte er.
"Siehst du, Bilbo, den Leuten schmeckt es", sagte Gandalf und sah dabei Bilbo an, der in diesem Moment ebenfalls im Schuppen eingetroffen war.
"Wie erfreulich, Gandalf. Dann können wir ja beruhigt mit der Produktion fortfahren." Bilbo ging weiter durch den Raum und öffnete eine Tür, die kaum zu sehen war.
"Komm mit, Sam, nun sollst du auch den Rest sehen von unserer Überraschung".

Bilbo hielt Sam die Tür auf und dieser betrat mit ungläubigem Staunen den Raum. Hier standen Dutzende von Gestellen. Alle waren sie mit Figuren aus Schokolade gefüllt. Es gab den Wahrheitsvogel in allen erdenklichen Formen und Größen. Einmal schlüpfte er gerade aus dem Ei, ein andermal war er schon ausgewachsen. Dann gab es kleine Vögel, die zusammen mit einem Hasen in die Welt staunten, und wiederum andere hatten die Flügel ausgebreitet, um davon zu fliegen. Es mussten Hunderte sein, eine wahre Augenweide für jeden Hobbit im Lande.

Frodo war hinter Sam getreten und sah ebenfalls in den Raum. "Eine erstaunliche Menge nicht?"
"Ja", erwiderte Sam und konnte kaum die Augen von den Gestellen wenden.
"Komm, Sam, wir wollen die beiden Herren alleine lassen. Sonst werden die letzten Figuren nicht rechtzeitig fertig. Lass uns nachschauen, was das Ei macht. Ich habe so das Gefühl, dass der kleine Vogel bald schlüpfen will."

Frodo drehte sich um und zog Sam mit sich hinaus in den hellen Sonnenschein. Sie liefen vorbei an Beutelsend und an seinem schönen Garten, der mit Frühlingsblumen übersät war. Weiter ging es die Strasse hinunter und an den anderen Häusern vorbei. Plötzlich hörten sie zwei Stimmen, die ihnen hinterher riefen "He, hallo! Wo wollt ihr denn so schnell hin?" Sie stoppten mitten im Lauf und drehten sich zu den Stimmen um. Hinter einer Hecke schauten Merry und Pippin hervor.
"Wir gehen zum Nest. Wir wollen sehen, wie weit das Küken ist. Ich hab' da so eine Ahnung, dass es heute schlüpfen wird" sagte Frodo ganz außer Atem.
"Wir kommen mit, wartet." Merry schaute nach rechts und links, ob auch niemand da war. "Warum schaust du dich so um?", wollte Sam wissen.
"Hmm, ich wollte nur sehen, ob Gandalf da ist. Wir haben ihm nämlich ein paar wirklich schön bemalte Eier genommen, und ich fürchte, er weiß das" sagte Pippin mit einem Funkeln in den Augen.
"Ach ihr beiden,", lachte Frodo, "ihr könnt es einfach nicht lassen. Aber kommt, Gandalf ist bei Bilbo oben und kann euch nicht sehen."

Also machten sich die vier wieder auf den Weg. Bald kamen sie an den Waldrand, wo das große Nest mit dem einzelnen Ei lag. Das Ei lag friedlich in seinem Nest und schien es nicht eilig zu haben, seinen Inhalt frei zu geben.
"Wollen wir uns nicht in den Schatten setzen? Dann können wir in Ruhe warten und eine gute Pfeife rauchen." Alle waren mit dieser Idee einverstanden, die Merry vorgebracht hatte. Also setzten sie sich unter einen Baum, der gleich neben dem Nest stand. Sie packten ihre Pfeifen aus und begannen gemütlich, diese zu rauchen. So vergingen die nächsten Stunden gemütlich und sehr ruhig, bis...
"Seid still! Hört ihr das auch?", fragte Frodo plötzlich und stand schnell auf. Er eilte zum Nest und sah gespannt hinein. "Kommt schnell", flüsterte er den anderen zu, "Ich glaube, es schlüpft." Die anderen schlichen auf Zehenspitzen zu Frodo hinüber und schauten ebenfalls neugierig hinein.
"Du hast recht, es kommt endlich auf die Welt", erwiderte Sam mit strahlenden Augen.
"Ich muss es sofort den anderen sagen!" Mit diesen Worten drehte sich Merry um und eilte ins Dorf zurück um allen anderen diese freudige Mitteilung zu machen.

Die anderen schauten sich an und mussten ein Lachen unterdrücken. "Das ist wieder mal typisch für Merry,", grinste Pippin "kann einfach nichts für sich behalten."
"Ja stimmt. Aber das ist in diesem Fall ja nicht weiter schlimm. Ich hoffe, die anderen schaffen es noch rechtzeitig, bevor er ganz draußen ist", sagte Sam und schaute weiterhin gebannt ins Nest. "Schaut, da! Er streckt in Bein heraus", sagte Sam. Sie konnten den Blick von diesem Schauspiel nicht abwenden und so merkten sie es kaum, dass alle Dorfbewohner angerannt kamen.
"Ist es schon geschlüpft?"
"Welche Farbe hat es?" Diese Fragen kamen durcheinander von allen Seiten.
"Seid doch etwas ruhig, bei diesem Lärm würde ich nicht auf die Welt kommen wollen", brummte Gandalf von der Seite. Er stand mit einer Pfeife in der Hand neben dem Baum, unter dem die vier Freunde bis vor kurzem gelegen hatten. Sofort verstummten die Bewohner.

Und dann war es endlich soweit. Mit einem kleinen Schrei kämpfte sich das Küken endgültig aus seiner Schale und plumpste ins Nest. Da lag es, noch völlig nass und zerdrückt und konnte nicht verstehen, warum ihn so viele Leute anstarrten. Es torkelte im Nest herum und versuchte aufzustehen. Doch das war gar nicht so einfach. Da trat Gandalf vor und nahm es behutsam in seine großen warmen Hände. "Nur keine Eile, kleiner Vogel. Lass dir ruhig Zeit." Der kleine Vogel schaute mit seinen großen dunklen Augen zu Gandalf auf und beruhigte sich sofort. Er kuschelte sich sogar in Gandalfs Händen zusammen.

Die Bewohner hatten das Schauspiel gespannt verfolgt, doch nun war es mit der Ruhe vorbei. Sie wollten endlich wissen, welche Farbe der Vogel hatte.
"Gandalf, bitte, sag uns endlich, wie er aussieht!", drängten sie den Zauberer. Gandalf drehte sich um und schaute die Auenländer belustigt an.
Er räusperte sich und begann: "Ihr wisst, dass die verschiedenen Farben des Gefieders euch Aufschluss geben können, wie das neue Jahr verlaufen wird. Sind die Federn gelb, wird es ein sonnendurchflutetes Jahr geben, wird er aber blau, müsst ihr mit viel Regen rechnen. Nimmt das Gefieder einen grünen Farbton an, dann wird das Jahr sehr ertragsreich, sind die Federn aber braun, so steht ein schweres Jahr an. Nun, wenn das Kleid des Vogels rot ist, werden euch in diesem Jahr Probleme in der Liebe erwarten und wenn der Kleine schwarz sein sollte, stehen dem Auenland ganz dunkle Zeiten bevor. Nun denn, wollen wir sehen, wie der kleine Vogel aussieht."

Gandalf hob seine Hände etwas näher zu seinem Gesicht und schaute interessiert zu dem Vogel herab. Er schaute lange und prüfend und räusperte sich dann vernehmlich. "Also meine Lieben. Ihr wollt erfahren, welche Farben der Kleine hat." Gandalf schaute in die Runde und sah nur angespannte neugierig Blicke, die auf ihm ruhten. "Ich kann euch sagen, dass er mehrere Farben aufweist. Der größte Anteil ist grün. Um eure Ernte müsst ihr euch keine Sorgen machen. Ebenfalls ist er am Hals blau, so dass auch genügend Regen fallen wird. Gelb und rot sind in den Flügeln zu sehen. Aber,", und er schaute etwas besorgt in die Runde, "einzelne Schwanzfedern sind schwarz. Was dies zu bedeuten hat, vermag ich jetzt noch nicht zu deuten. Doch ich sehe eine Dunkelheit auf ganz Mittelerde zu kommen, wann genau, kann ich nicht sehen. Warten wir es ab. Vergesst die Sorgen für den Moment und erfreut euch über ein gutes Jahr", endete Gandalf seinen langen Vortrag.

Alle Anwesenden schauten sich an und wussten nicht ob sie sich nun Sorgen machen sollten oder nicht. Doch wie die Auenländer sind, schon bald darauf überwog die Freude über die positiven Nachrichten für das kommende Jahr und sie begannen zu singen und zu tanzen. "Kommt, lasst uns feiern", rief jemand und alle anderen stimmt begeistert zu.

Und so begann ein großartiges Osterfest im Auenland. Viel Essen und Trinken standen bereit und Musik erklang aus allen Ecken. Die Auenländer verstanden es zu feiern, machten sie das doch öfters im Jahr. Doch der Höhepunkt an diesem Fest waren die Geschenke von Bilbo und Gandalf. Noch nie waren solche Süßigkeiten verteilt worden. Doch seit diesem Fest konnte sich niemand mehr ein Leben ohne Schokolade vorstellen.

Und so endete ein Osterfest, welches in guter Erinnerung blieb.

Galadriel
Elben
31 Jahre

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:19