Menschen! Menschen sind schwach. Das Volk der Menschen versagt. Das Blut von Nmenor ist nichts weiter als kraftlos, all sein Stolz und seine Wrde vergessen. Sie sind dafr verantwortlich, dass der Ring die Zeit berdauert. Ich war dort, Gandalf. Ich war
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Nick: Túrin Turambar
Volk: Zwerg
Alter: 16

DIE RÜCKERORBERUNG KHAZAD-DÛMS

Kahza saß gemütlich auf seinem kleinen Hocker und beobachtete gespannt das Treiben um ihn herum. Vor ihm stand ein verzierter Tisch, mit feinstem Zwergenbier, Gewürzbrot und Pökelfleisch reich gedeckt. Doch diesem schenkte er kaum noch Aufmerksamkeit. Erst vor Kurzem hatte er sich reichlich den Bauch voll geschlagen. Nicht jedem im Lager stand solch eine Verpflegung zu, doch für Khazas leibliches Wohlbefinden war bestens gesorgt. Immerhin musste er auch gut versorgt werden, mit leeren Magen konnte er ja schlecht denken. Vor einigen Jahren schrieb Khaza die Narn i Hîn Mahal, ein Meisterwerk zwergischer Geschichte. Wodurch er viel Ansehen erlangte - aber nicht bei den Zwergen - da diese nicht viel von Geschichte und Schreibzeug hielten. Gemütlich trank er einen Schluck Zwergenbier und schenkte seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen um ihn herum.

Überall in dem gigantischen Tal waren Zwerge verstreut. Von dem Hügel auf dem er war, sahen sie aus wie Armeisen, die planlos umherirrten, doch beim genaueren Betrachten konnte man die Struktur und das durchdachte Handeln der Zwerge entdecken.
Vor zwei Tagen war Kahza hier eingetroffen und seitdem hatte sich das gigantische Lager stets vergrößert, noch immer trafen neue Zwerge ein.
Obwohl er die eigenen Lebensarten seines Volkes nur zu gut kannte, wunderte er sich immer wieder darüber. Während einige Zwerge hektisch damit beschäftigt waren das Lager aufzubauen und zu versorgen, lagen andere faul unter Bäumen und genossen den Schatten des Blätterdaches. Wieder andere tranken schon ihr zweites Fass Bier und begannen mit ihren tiefen Stimmen dunkle Lieder zu singen. Womit sie die Meisten nur bei der Arbeit störten.

Es war ein schöner Frühjahrsmorgen und es herrschte eine wunderbare Stimmung, wie es sie seit der Rückeroberung des einsamen Berges nicht mehr gegeben hat. Eine gewisse Vorfreude lag in der Luft. Khaza konnte es kaum abwarten.
Obwohl er ein sehr junger Zwerg war, hatte er eine ehrenhafte Aufgabe auferlegt bekommen. Er durfte die geplante glorreiche Rückeroberung Khazad-dûms niederschreiben.
Ein lautes Grollen warf ihn aus seinen Gedanken.
Erschrocken drehte er sich um und wusste, dass es bald soweit war. Auf dem Hügel und im Tal um ihn herum begann sofort wildes Treiben. Voller Aufregung packte er seine Schreibsachen, biss kräftig ein Stück Pökelfleisch ab und trank einen kräftigen Schluck Zwergenbier bevor er sich auf den Weg zum Königszelt machte.

Ein kleines Stück neben seinem Tisch war ein großes rotes Zelt aufgebaut, um es herum wimmelte es von kräftigen Zwergen in voller Kriegsrüstung. Die Leibwächter des Königs. Alle von ihnen trugen große Masken, wie man sie seit dem Kampf gegen Glaurung nicht mehr gesehen hatte. Dicke Panzer und lange Kettenhemden, zweischneidige Äxte, große Schilder und prächtige Schwerter gehörten zu ihrer Ausrüstung.

Plötzlich ertönte eine dunkles Horn. Diszipliniert begannen die Leibwächter in Reih und Glied eine Formation um den erscheinenden König einzunehmen. Obwohl er seit 3 Jahren regierte, hatte ihn kaum jemand zu Gesicht bekommen, auch jetzt versteckte er sich wieder hinter seinen Leibwächtern.
Khaza, der als Schreiber viel über die zwergische Geschichte wusste, und in viele dunkle Geheimnisse eingeweiht ist, konnte sich immer noch nicht erklären, wer genau dieser König war und wie er es auf den Zwergenthron geschafft hatte.
Einige erzählten er war ein sehr reicher Zwerg dessen Vorfahren aus Belegost stammten.
Wieder andere sprachen von einem Nachfahren der Balins.

Wenn Khaza auch nicht viel von Politik verstand, so wusste er dass man nicht nur viel Gold brauchte um bei den Zwergen großes Ansehen zu erhalten. Der König blieb weiter ein Rätsel. Mittlerweile hatte die Leibgarde des Königs den Fuß des Hügels erreicht und begann rasch auf die große Menge von Zwergen zu zu marschieren. Gespannt folgte Khaza ihnen. Eine gewaltige Anzahl von Zwergen stand dicht gedrängt vor dem verschütteten Westtor von Moria. Mit einer unbeschreiblich gewaltigen Holzkonstruktion wurden die Steine mit Leichtigkeit weg gesprengt. Hunderte Zwerge waren schon tagelang damit beschäftigt diese zu bedienen. Tausend Weitere räumten auf raffinierte Weise die Trümmer weg.
Eines musste Khaza dem Zwergenkönig, der sich nach altem Brauch Azaghâl nannte, zugestehen, er hatte es geschafft die verstreut lebenden Zwerge zu vereinen. Sie kamen vom Einsamen Berg, aus den Eisenbergen, von dem Blauen Bergen, selbst aus den kaum bekannten Stämmen die im Osten liegen, kamen viele.

Ein dunkles Raunen ging durch die Reihen. Ein verzierter Brocken, der mal zum inneren Torbogen gehört haben musste, wurde entdeckt. Nun konnte es nicht mehr lange dauern. Khaza konnte beobachten wie mehrere kleinere Zwerge aus der Formation der Leibgarde des Königs flitzten und den verstreuten Hauptleuten etwas zuflüsterten. Diese begannen sofort die Befehle des Königs auszuführen.
Natürlich wusste Khaza was nun geschehen würde, in einer dichten Reihe begangen bewaffnete Zwerge die schaulustige Menge zurück zu drängen.
Schon immer waren die Zwerge undiszipliniert gewesen, doch wenn es darum ging Reichtum und Ruhm zu erlangen, zeigten sie ihr militärisches Geschick und ihren Mut.
Vor dem fast freiliegenden Tor stand nun eine große Anzahl von Zwergen in voller Kriegsausrüstung. Dunkle Parolen und Waffengeklirr durchflogen die Reihen. Hinter ihnen stand eine noch größere Mengen von Schaulustigen. Zwischen ihnen wimmelte es von Arbeitern, die darin vertieft waren, das Tor freizulegen.
Insgesamt bildeten sie eine unglaubliche Anzahl von Zwergen. Ein Elb würde sie als einen stinkenden undisziplinierten Haufen von ungewaschenen Haarknäueln bezeichnen, aber für Khaza war es ein stolzes Zwergenvolk, welches sich im Notfall als ein tödliches Heer entpuppen konnte.
Kaum ein Zwerg aus diesem Zeitalter hatte jemals die schwarze Kluft gesehen, geschweige denn betreten, viele der Jungzwerge zweifelten schon an dem einstiegen Reichtum und der Macht der Minen. Selbst Mithril wurde schon als Humbug bezeichnet.
Niemand kannte noch die Gwaith-i-Mírdan, die Juwelenschmiede. Auch die Straße die vom verschütteten Westtor zur Ost-In-Edhil führte war längst verfallen und vergessen. Doch dies sollte sich nun alles wieder ändern.

Wie einst Thorin Eichenschild wollte Azaghâl die Zwerge zu neuem Reichtum führen. Da es nach der Krönung Tar Elessars wenig Ruhm zu erlangen gab, sehnte Azaghâl sich nach einen Gemetzel mit den Moria Orks, welches ihn als Helden darstellen sollte.
Bei diesem Gedanken musste Khaza lachen, ein ruhmreicher Zwergenkönig, der sich hinter seinen Leibwächter versteckte? Nein so etwas hatte es noch nicht gegeben.
Eine dicke Rauchwolke raubte Khaza die Luft und riss ihn aus seinen Gedanken. Die Erde bebte. Dicke Felsbrocken rollten auf die Reihen der nun zitternden Zwerge herab. Aber Zwerge waren vorausschauend, was ihr Handwerk betraf. Vor ihnen hatten sie kleine Mauern und Hindernisse erbaut, welche die Gerölllawine stoppten.
Als sich der Staub gelüftet hatte, waren die mutigsten Zwerge schon unter dem nun frei liegenden Torbogen und zündeten Fackeln an.

Ihre silbernen Rüstungen schimmerten im Schein der Fackeln und ihre dunklen Gesänge durchdrangen die Finsternis Khazad-dûms, wie seit Jahrhunderten nicht mehr. In geordneter Reihe betraten sie die Mine. Dichtgefolgt von Khaza.

Selbst für Zwerge war dies eine ungewohnte Umgebung. Schon lange hatten keine Zwerge mehr die schwarz Kluft betreten.
Zwerge lebten zwar unter der Erde, aber in Minen! Voll mit großen unterirdischen Palästen und raffinierten Tunnelsystemen. Die Wände waren oftmals mit prachtvollen Runen und Statuen verziert, von Fackeln hell erleuchtet. Zahlreiche Waffen, Vorratskammern und gigantische Hallen gab es.
Doch dies hier ist schon seit Jahrhunderten keine Mine mehr. 'Dunkel, feucht und stickig ist es hier.', dachte Khaza.
Ständig ertönte wütendes Stöhnen, Schnauben und Geschrei, viele der Zwerge kamen beim Anblick von verrotteten Zwergenleichen in Rage.
Einige warteten gierig auf einen Angriff der Orks, doch es gab nicht das geringste Zeichen von ihnen.
Bis zum Osttor der Minen war es ein dreitägiger Marsch, doch der tagelange Lärm musste mittlerweile die ganze gähnende Leere Morias geweckt haben. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt schon sagen ob es noch Orks in den Minen gab, Azaghâl hoffte es jedoch.

Seit dem Einstürzen der Trümmer waren nun mehr als drei Stunden vergangen. Die fast dreitausend Mann große schwer bewaffnete Vorhut begann zu stoppen. Vor ihnen lag die erste große Halle Morias. Azaghâl hatte angeordnet, dass sie von niemanden ohne seine Genehmigung betreten werden durfte.
Vor dem gewaltigen Eingangstor der Halle festigten die Zwerge ihre Stellung. Einige versuchten das alte Eisentor wieder zu reparieren, was sich nach Jahrhunderten der Verrottung selbst für Zwerge als schwierig herausstellte. Während ihres Marsches wurden zahlreiche Tunnel und Kammern entdeckt. Der König befahl, dass diese erleuchtet und alle Eingänge streng bewacht werden sollten. Er wollte nicht den selben Fehler wie Balin damals begehen. Khaza fühlte sich sicher, um ihn herum wimmelte es von gut ausgerüsteten Zwergen welche bis unter die Zähne bewaffnet waren. Die meisten dieser Zwerge hatten die Bärte verflochten was Information über ihr Alter und Ansehen gab. Ihre Kampferfahrenheit wurde durch ihre zahlreichen Narben bestätigt. Obwohl Khaza nicht viel von Militär und Taktik verstand, so wusste er warum der König einen Großteil seiner besten Krieger in die Vorhut steckte: Orks kämpfen oftmals planlos, besonders wenn sie in großen Maßen angreifen. Wenn sie auf geordneten und erbitterten Wiederstand treffen, verlieren sie schnell die Lust am Kampf und fliehen.

Doch für solche Sachen hatte Khaza kein Interesse. Er schenkte den Runen und Symbolen an den Wänden mehr Beachtung.
Sofort begann er diese abzuzeichnen und genausten zu notieren, dafür war er ja schließlich mitgenommen worden! Viele Zwerge murrten bei seinem Anblick und warfen ihm böse Blicke zu, was natürlich verständlich war. Ein Zwerg der sich für solche Sachen mehr interessiert als für Handwerk und Krieg, war eben sehr ungewöhnlich. Ein leises Grollen störte ihn bei seiner konzentrierten Arbeit.
Das Tor der ersten Halle konnte wieder geschlossen werden.
Keine Sekunde zu früh.

© Túrin Turambar
Zwerg (16)
Biggingen

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:30