Frher wanderte Saruman oft in meinen Wldern. Jetzt hat er nur noch Metall und Rder im Sinn. Ihm liegt nichts mehr an wachsenden Lebewesen. Herr der Ringe, Die zwei Trme
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ÉOWYN'S AUSBILDUNG

Es war ein kalter Frühjahrsmorgen im April, als im Jahre 2995 des Dritten Zeitalters Théodwyn, der Schwester des Königs und Éomund, dem Marschall von der Ostfold, das zweite Kind geboren wurde. Obwohl in dieser Zeit viele Kinder schon bei oder kurz nach der Geburt starben, war dieses Mädchen zwar zierlich, aber doch bei kräftiger Gesundheit. Die Eltern nannten sie Éowyn.

Ein in der Nachbarschaft lebender Zauberer sagte ihr eine schmerzvolle aber prägende Kindheit voraus, die sie etwas Großartiges machen lassen sollte. Die einzige Voraussetzung wäre, dass das Kind sich frei entwickeln sollte.

Bald sollte sich der erste Teil diese Weissagung sich erfüllen. Bei einem Überfall herumstreifender Orks starben Théodwyn und ihr Mann. Viele junge Leute und Kinder wurden nach Mordor verschleppt. Éowyn und Éomer aber wurden rechzeitig durch einen Diener an den Königshof gebracht.

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wuchs Éowyn zusammen mit ihrem vier Jahre älteren Bruder Éomer am Königshof bei dem Onkel Théoden auf. Dort wurde sie mit ihrem Bruder und Théodens Sohn Théodred sie unterrichtet.

Bei den Frauen lernte sie mit den anderen Mädchen wie sich eine Frau zu benehmen habe und welche Fertigkeiten ein Mädchen bzw. eine spätere Hausfrau zu erlernen hat.
Sie bekam Unterricht im nähen, sticken für die Fahnen und Wandbehänge, kochen, Haushaltsführung, Haltung von Tieren für die Speisen, Kräuterkunde für Küche und Medizin und allem, was eine spätere Ehefrau wissen muss.

Die Söhne dagegen lernten schon früh das Kriegshandwerk. Auch wenn Frauen nicht mit in die Schlacht zogen so wurde es ihnen grundsätzlich niemals verwehrt sich auch an den Waffen ausbilden zu lassen, wenn sie es wünschten. Hauptsächlich wurde ihnen die Verteidigung beigebracht, da jeder wusste: "Dass jene ohne Schwerter trotzdem durch ein Schwert sterben können.". Zu nah lag Rohan am Gebiet des Dunklen Herrschers.

Wie jeden Morgen schlich Éowyn zu ihrem Pferd in den Stall. Der Hahn hatte noch nicht gekräht.
Sie war jetzt 16 Jahre alt und ihr Onkel hatte ihr schon mehrfach angedroht sie endlich zu verheiraten, wenn sie sich nicht wie ein Mädchen brav und sittsam verhalten würde.

Wie die Jungs hatte sie als Kind gelernt sich einen Platz durch raufen festzulegen, ein Pferd einzufangen und dieses zu zähmen und für den Kriegsdienst auszubilden.
Sie umgab sich gerne mit Tieren. Hier konnte sie aus ihrer festgelegten Welt für kurze Zeit entfliehen. Mit einem Pferd auszureiten hieß sich für kurze Zeit frei von höfischen Zwängen zu bewegen und frei zu fühlen - zu tun was man tun will.
Außerdem hatte sie seit ihrem 10. Lebensjahr gelernt mit dem Schwert und der Lanze umzugehen und auch mit dem Bogen hatte sie geübt. Doch am Hof hatte sie lediglich einen Einblick in die Kampfkunst erhalten können, da ihr Onkel immer darauf bedacht war sie, wie es sich für eine Frau am Hof gehört, zu erziehen. Schließlich, so meinte er, wäre dies im Sinne Ihrer Eltern.

Ihr Pferd Bregando wartete schon ungeduldig. Ohne Sattel schwang sie sich auf seinen Rücken und ritt los - durch das Tor und auf die freie Ebene.
Hier hatte sie ein Schwert versteckt, das ihr der Schmied heimlich geschmiedet hatte. Es war leichter und auch etwas kürzer als die Schwerter, die die Männer benutzten. Sie nahm sich vor es heute mit nach Hause zu nehmen und in ihrer Truhe zu verstecken.

Deromer, ihr Lehrer meinte, er könne ihr jetzt nichts mehr beibringen. Sie hatte eigentlich alles gelernt, was im Umgang mit Waffen zu erlernen war. Entgegen dem Befehl des Königs hatte er sie jeden Morgen unterrichtet. Heute wollte er sie ein letztes Mal prüfen.

Kaum war sie am Waldrand angekommen, schwirrte ein Pfeil auf sie zu. Sie ließ sich geschickt vom Pferd fallen und rannte zum Baumstumpf, an dem sie ihr Schwert hatte. Den zweiten Pfeil wehrte sie schon mit dem Schwert ab.
"Wie gut, das Du kein Elb bist, sonst wäre ich jetzt tot. Und wie solltest Du das Deinem König beibringen?", rief sie lachend ihrem Lehrer zu.
Dieser stürzte jetzt mit einem Schwert auf sie zu.
Nach einer halben Stunde gingen Beide wieder zurück zum Hof. Unterwegs pflückte Éowyn noch einen großen Strauß Wiesenblumen für den Fall, dass jemand fragen würde, warum sie schon wieder so früh ausgeritten wäre.

Sie freute sich schon drauf mit Théodred heute Nachmittag auszureiten. Seit einiger Zeit fand sie es schöner mit ihm etwas zu unternehmen als mit den anderen Jungs.
Manchmal ritten sie heimlich bis an die Grenzen von Rohan um nach Gruppen von Orks Ausschau zu halten oder mal einen einzelnen Späher zu jagen.

Doch als sie bei der goldenen Halle ankamen stand ihr Onkel in der Tür.
"Wo warst Du schon wieder?"
"Blumen für die Tafel pflücken."
"Na, wers glaubt, aber egal jetzt. Heute Nachmittag soll ein hoher Gast, ein Gesandter von Saruman hier eintreffen und unsere Küchenmagd ist bei ihrer Familie. Ich wünsche, dass Du ein Essen zusammenstellst und die Küche beaufsichtigst, wie es sich für die Frau des Hauses geziemt. Also los, in die Küche mit Dir."

Nur widerstrebend gehorchte Éowyn. Sie hatte nicht besonders viel für die Küche übrig. Irgendwie wollte es ihr nie gelingen ein Essen ansprechend herzurichten. Entweder sah es zerkocht aus, war zuviel oder zu wenig gewürzt und sie hatte auch nie den geringsten Anreiz daran gespürt etwas daran zu ändern.

Zu sehr fürchtete sie in die Rolle einer Frau gedrückt zu werden, in einem Käfig zu leben. Sich so lange anzupassen, bis Gewohnheit und Alter sich mit dieser Rolle abfinden. So lange bis alle Aussichten Taten zu vollbringen unwiderruflich dahin waren. Sie würde von ihrem Onkel verheiratet werden, an einen der Könige oder einen Mann mit einem anderen hohen Rang. Dafür war sie ja die Nichte eines Königs. (Aber erst mit 24 Jahren sollte sie sich dann aus eigenem Wunsch mit Faramir heiraten.)

In der Küche angekommen überlegte sie was zu machen sei: Eine Suppe mit Kräutern und Gemüse aus dem Garten. Ein Ferkel als Braten an Kartoffeln, dazu frische Brote und eine süße Speise zum Dessert. Dies teilte sie den Küchenmägden mit und machte sich ans Gemüse putzen und Kartoffelnschälen. Dabei konnte sie nicht viel falsch machen. Wie meist fing sie dabei an zu träumen, wie es wäre jetzt mit den Jungs vom Hof über die Felder zu reiten, wie sie es immer wieder taten.

Eine der Frauen kam in die Küche gerannt: "Herrin, der Abgesandte von Saruman ist da. Es ist ein gewisser Gríma. Wie sollen wir jetzt noch mit dem Essen fertig werden?" Éowyn stand auf.
"Macht ihr weiter, ich werde den Gast begrüßen und schauen, dass ich ihn ein wenig unterhalte. Bis dahin sollte das Essen dann fertig sein."

Glücklich, der Küche entflohen zu sein, machte sich Éowyn auf den Weg in ihre Kammer und zog sich ein gutes Kleid über.

Gleichzeitig mit Gríma kam sie in die Halle. Vom ersten Augenblick, da sie ihn sah, mochte sie ihn nicht. Aber wie sie es gelernt hatte spulte sie höflich die Begrüßung ab und hoffte schnell wieder gehen zu können.

Während sie still an der Seite Platz nahm, fingen die Männer an über die momentane Situation zu sprechen. Dabei beobachtete Gríma sie die ganze Zeit. Éowyn versuchte nicht darauf zu achten sondern hörte gut zu, welche Pläne der König und seine Berater Gríma vortrugen, um den schwarzen Lord und seine Gefolgschaft endgültig aus ihren Gebieten zu vertreiben.

Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass dies dem Gast nicht gefiel.
"Mit welchem Auftrag war er nach Rohan gekommen?", fragte sie sich.

Als er jetzt über eine Allianz zwischen Saruman und Rohan sprach, kam es ihr so vor, als ob dies eben eine solche Floskel wäre wie die Begrüßungen, die sie über die Jahre einstudiert hatte. Unauffällig ging sie aus der großen Halle zurück in die Küche. Das Essen war fertig und wurde aufgetragen. Nach dem Essen fühlte sich ihr Onkel plötzlich sehr unwohl und zog sich in seine Kammer zurück. Éowyn nutzte die Situation und lief schnell in den Stall. Wiedereinmal hatte sie es geschafft ihren Pflichten zu entkommen.

Als sie nach Stunden zurück kam, erfuhr sie, dass ihr Onkel noch immer krank in seiner Kammer läge. Gríma wäre abgereist um von Saruman Rat und Medizin zu holen. Dann würde er sich für die Dauer der Krankheit am Hof aufhalten.

©Lindir

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:19