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TRAUMHAFTE BEGEGNUNG

Was ich Euch jetzt erzähle, werdet Ihr kaum glauben:

Mit meiner Freundin Nico war ich dieses Jahr im Sommer in den USA unterwegs.
Wir hatten uns ein Auto gemietet und wollten 6 Wochen kreuz und quer durch die Staaten fahren.

Nach 1 Wochen wurde uns das zu langweilig und so beschlossen wir ab und an einen Job anzunehmen, wenn irgendwo eine Aushilfe gesucht wurde. So konnten wir etwas nebenbei verdienen und auch noch die Leute aus diesem Land intensiver kennen lernen.
In der 4. Woche hatten wir eine Stelle zum Ställe ausmisten - und was sonst noch so im Stall anfiel - auf einer kleinen Ranch in Idaho gefunden. Als Gegenleistung gab es freie Kost und Logis sowie Ausritte wann immer wir wollten.

An einem Donnerstag fuhr ich dann mit dem Pickup unseres Arbeitgebers Sam los um Futtersäcke für die Pferde und seine Hunde zu besorgen. Er züchtete beides auf seiner Farm.

Am Laden kam mir dann John, der Besitzer, entgegen und meinte die Säcke stünden schon hinten, er könne aber jetzt keine Zeit mit aufladen, da er noch Kundschaft im Laden hätte.
Also fing ich erstmal mit den 10 Kilo Säcken des Hundefutters an. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber ab dem Zehnten glaubt man schon, das die wesentlich schwerer sind, als dort draufsteht. Und die mit dem Pferdefutter waren sogar 30er.
Also erstmal 'ne Pause gemacht und mich auf die Ladefläche gesetzt.
Das T-Shirt hatte ich ein wenig höher gezogen und lies mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Dieser "Way of Life" war doch eindeutig besser als die Hektik in Deutschland.

Da kam ein anderer Wagen um die Ecke. Ein Mann stieg aus und fragte ob die Säcke, die dort stünden, für ihn wären. Ich blieb einfach liegen, blinzelte in die Sonne und erklärte ihm, dass sie für uns wären, aber mir der Rücken weh täte.
Er grinste breit. Irgendwie kam mir dieses Grinsen bekannt vor. Aber woher?

Also kamen wir ins Gespräch. Trotz meines mittelprächtigen Schulenglisch verstand ich ihn gut. Er fragte wo ich herkäme, auf welcher Ranch ich leben würde und wie man als deutsche Touristin darauf käme zu arbeiten statt den Urlaub zu genießen.
Ich bekam heraus, dass er neben unserer Ranch lebt und dass er auch Pferde hat.

Dann kam John heraus und wir luden zu dritt die Säcke auf mein und auf sein Auto auf. Wir gingen noch in den Laden 'ne Limo trinken und unterhielten uns noch ein wenig über das Wetter, über Tiere und über Urlaub. Und John lud uns auf seinen Hof für Freitag zu einem Barbecue ein.

Zurück auf der Ranch erzählte ich Sam gleich von der Einladung und er meinte, als gute Kunden müsste wohl jemand vom Hof dahin. Er könnte aber schlecht. Also machten wir aus, dass Nico und ich fahren würden.
"Und sattele doch bitte sofort ein Pferd und reite einmal zum Nachbarn rüber", sagte Sam. Ein Brief wäre falsch angekommen. Und da er wohl ab und zu mal in Filmen oder so was mitarbeiten würde, könne es sein, das es dringend wäre.

Also sattelte ich mein Pferd ein süßer Pinto mit dem Namen Lego - und ritt über die Weide hinüber zum Zaun. Aber wo kam ich rüber? Ich stellte mich im Sattel auf und schaute. Kilometerlang nur Zaun.
"Na, Lego wo gehts wohl lang?" Obwohl ich die Zügel locker ließ, blieb er nur stehen und schaute mich mit umgewandtem Kopf fragend an. "Ist schon ok", lachte ich.

Da kam von der anderen Seite ein anderer Reiter auf einem großen braunen Pferd. Irgendwie erinnerte mich die Szene an einen Film. Aber an welchen? Als er mich so sah fing er auch an zu lachen und rief rüber: "Na, gehts nicht weiter? Geht halt nicht immer Querfeldein!"
Ich wartete auf ihn und übergab ihm dann den Brief.
"Hey, wir haben uns doch bei John getroffen". Wir ritten am Zaun entlang ein gutes Stück, bis wir an ein Gatter kamen. Er bat mich doch mit zu ihm zu kommen und wenigstens 'ne Limo mitzutrinken. Verdammt kam mir das Gesicht bekannt vor ging es mir immer wieder durch den Kopf.

Im Stall lockerten wir die Sättel und gaben den Pferden etwas Wasser und Futter. Es war ein einfacher aber gut organisierter Stall. Dann gingen wir ins Haus und setzten uns in die Küche. Er zog sich sein Hemd aus um ein Neues anzuziehen, da das Alte wohl bei der Arbeit ein wenig dreckig geworden war. Auf dem rechten Schulterblatt sah ich ein Tattoo. Ein Zeichen, was mich stark an etwas erinnerte.

Und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen die Nummer 9 in Sindarin.

"Aragorn?", fragte ich laut und meine Stimme quiekte. Lachend drehte sich Viggo um.
"Ja, aber wie kommst Du jetzt darauf?"
Ich lief rot an und erinnerte mich an die Anschrift auf dem Brief Viggo Mortensen.
"Entschuldigung Herr Mortensen, aber als sie das Hemd auszogen, fiel es mir auf einmal ein.", druckste ich herum.
Wieder lachte er auf. "Warum auf einmal so förmlich?"
"Aber Sie sind doch ein Star!", war das Einzige was ich hervorbrachte. "Und das war eindeutig eine dumme Antwort.", warf ich hinterher.
Dann lachten wir beide.

Er gab mir ein Glas Limo. Dummerweise zitterten meine Hände so, dass es mir runter fiel. 'Oh mein Gott, ich stehe in der Küche von Aragorn.', ging es mir immer wieder durch den Kopf.
"Sorry" murmelte ich und bückte mich nach den Scherben.
Und kann eine solche Situation noch peinlicher werden? Türlich, man stößt mit den Köpfen zusammen. Klar passierte dies jetzt auch.
Also hockten wir auf dem Boden und rieben uns die Köpfe. Wieder 'nen "Sorry!", aber diesmal von beiden Seiten. Dann noch ein fast gleichzeitiges Kopfschütteln und ein: "Macht doch nix."
Er half mir auf und bat mich doch auf einem der Barhocker Platz zu nehmen. Nachdem er alles aufgewischt und aufgehoben hatte, gab er mir noch ein neues Glas Limo. Er bot mir außerdem einen Kuchen an und öffnete dann den Brief.
Es war ein Angebot für einen neuen Film. Er sollte einen tollpatschigen Helden darin spielen. Wir sprachen über die Rolle und stellten sie uns vor. Dann schüttelte ich den Kopf und meinte, das würde nicht zu ihm passen. Er war derselben Meinung.

Ich erzählte ihm davon, dass ich es mir nie vorstellen könnte ein Filmstar zu werden - wegen der ganzen Verpflichtungen - z.B. ständiges Ab- und Zunehmen, den Schönheitsoperationen, dem Reisen und den Flops, die man vielleicht erleiden kann.

Dann erzählte ich ihm davon, wie ich Unfallopfer für Rettungskräfte in Deutschland spiele (realistische Notfall- und Unfalldarstellung) und fiel prompt so gekonnt vom Stuhl, und fing an zu jammern, dass er am überlegen war, mich ins Krankenhaus zu fahren. Und wieder lachten wir.

Das Telefon klingelte und Sam fragte an, wo ich bliebe. Die Abendfütterung wäre an der Zeit und ich lange überfällig. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag bei John.

Als ich dies abends meiner Freundin erzählte, wies sie mich darauf hin, dass wir sicher so 'nen Kontakt zum LOTR-FC knüpfen könnten. Hey klasse Idee. Dann wären wir sicher die ersten mit einem solchen Kontakt zu einem Star. Wir könnten Fotos machen und sie nach Hause schicken und wären garantiert die Helden bei uns.
Lange überlegte ich mir das, aber es kam mir dann doch zu aufdringlich vor. Schließlich wären wir, wenn alles gut ging, ja auch nur höchstens noch eine gute Woche in den USA.
Dieser Gedanke machte mich ein wenig traurig. Warum waren wir nicht bloß eher auf die Idee gekommen uns den Wohnort eines Stars zu suchen und dann in der Nähe Arbeit aufzunehmen. Ach, was sollte es war ja nicht mehr zu ändern.
Abends fuhren wir dann noch mal in die Stadt und besuchten ein Internetcafé um diese tolle Nachricht mit den Anderen zu teilen. Wieder 'ne dumme Idee hier war es 20 Uhr = 4 Uhr in Deutschland. Also kein Wunder, dass sich keiner mit uns freuen konnte.

Der nächste Tag schien ewig zu dauern.
Morgens war außer dem Füttern und Ausmisten überhaupt nix zu tun. Gelangweilt schlichen wir über den Hof und überlegten uns, wie wir es denn wenigstens schaffen würden einen kleinen Gruß von Viggo an unseren FC zu bekommen, ohne dass man uns gleich als die großen, aufdringlichen Fans erkennen würde.

Ca. eine Stunde vorher meinte Sam dann, wir sollten uns fertig machen und bloß sehen, dass wir vom Hof kommen. Wir wären schon stundenlang immer den gleichen Weg auf und abgegangen, so das sich eine Rille auf dem Hof gebildet hätte.
Entsetzt schauten wir uns um und er fing an schallend zu lachen. Da mussten wir einfach mitlachen.

Gerade hatten wir uns auf den Weg machen wollen, da rief uns Sam zurück. Nina, eine seiner Lieblingsstuten, war beim Abfohlen und das Fohlen lag falsch.
Nico sollte schnell rüber fahren auf die Feier, da dort sicher auch der Tierarzt wäre.
Ich musste gleich mit in den Stall und helfen.

Für den Tierarzt stellte ich einen frischen Eimer Wasser und Seife sowie ein Handtuch zurecht. Dann besorgte ich noch einen Strohballen für die Box und verteilte alles.
Die Stute war recht unruhig und ließ sich nur sehr ungern berühren.
Ich nahm sie am Halfter und flüsterte ihr immer wieder etwas zu. Als ich merkte dass ich deutsch sprach musste ich innerlich grinsen verstehen amerikanische Pferde andere Sprachen?
Oder lauschen sie nur auf den Klang? Nina hörte mir auf jeden Fall zu und wurde ein wenig ruhiger solange ich mit ihr sprach.
Auf dem Hof hörte ich mehrere Autos vorfahren. Nico kam mit dem Doc und einigen guten Nachbarn zurück. Auch John war dabei.
Als ich ihn fragend anschaute, meinte er nur: "So ne Geburt kann verdammt lange dauern. Da haben wir doch lieber alles mit hierher gebracht. Und die Nachbarn werden durch die "Rauchzeichen" des Grills sowieso hierhergelockt." Als ich ihn skeptisch anschaute meinte er dass er außerdem ja noch nen Zettel an seinen Laden geheftet hätte, wo alle wären.

Irgendwie wurde es ziemlich laut im Stall, da natürlich jeder Fachmann einen anderen Tipp hatte. Ich dachte daran wie Aragorn im Film Brego beruhigt hatte und lächelte still in mich hinein, während ich weiterhin versuchte die Stute zu beruhigen. Aus den Augenwinkeln hielt ich nach Viggo Ausschau.
"Autsch!", das war dumm. Die Stute hatte sich erschreckt als der Arzt versuchte ihr Fohlen zu erfühlen und mir kräftig in den Arm gezwickt. Nico schaute erschrocken aber ich schüttelte nur den Kopf in ihre Richtung. Dann schenkte ich wieder meine ganze Aufmerksamkeit Nina und redete weiter auf sie ein.

Endlich hatte der Arzt sie untersucht und meinte mit einiger Hilfe könnte man das Fohlen noch drehen und auf die Welt bringen.
Die Männer machten sich fertig. Nico und ich gingen zu den anderen Pferden, die jetzt auch unruhig in den Boxen standen. "Wie sieht es mit Deinem Arm aus?", fragte Nico.
"Nicht so schlimm.", winkte ich ab. Dann gaben wir den anderen Pferden etwas Futter und Leckerlis um sie vom Tumult im Stall abzulenken.

Als ich aus der letzten Box kam packte auf einmal jemand meinen Arm und zog den Ärmel hoch. Dann wurde ein nasses Tuch draufgelegt. Ich wollte protestieren und schaute, wer so unverschämt war. Viggo. Trotz meiner Aufregung murrte ich ihn an.
"Was soll das?" Er zog grinsend das Tuch mit der anderen Hand weg und ich sah den blauen Fleck, der sich bildete.
"Darum."
"Das ist meine Sache." grummelte ich.
"Du wolltest ja schließlich auch nicht zum Zahnarzt, als Du Dir den halben Zahn beim Dreh rausge" Oups, damit hatte ich mich dann wohl als Fan geoutet. Ich lief rot an.

Nico verdrehte die Augen, schüttelte den Kopf und lief aus lauter Sympathie mit rot an.
"Peter hat mich doch auch in den Hubschrauber gesteckt und den Dreh unterbrochen, bis ich beim Zahnarzt war.", meinte Viggo und übersah ganz Gentlemen unsere Verlegenheit.
Jeder sah zum Boden und ich sortierte mit den Füßen Halme auf der Stallgasse während Nico die Stute neben sich intensiv streichelte.
Erst nach einiger Zeit fiel mir auf, das Viggo immer noch meinen Arm festhielt. Schnell schnappte ich mir das Tuch aus seiner anderen Hand, er ließ mich los und ich ging zum Eimer um das Tuch noch mal in kühles Wasser zu tunken.
Als ich zurückschaute sah ich, dass Nico und Viggo sich unterhielten und die Stallgasse Richtung Ausgang gingen. Ein wenig grummelte es im Bauch, als ich dieses Bild sah und für einen kurzen Moment schoss mir der Gedanke das ist mein Star durch den Kopf.
Darüber musste ich laut lachen und einige Köpfe drehten sich nach mir um.
"Nix, nix! Alles in Ordnung!", rief ich und steckte den Lappen wieder ins Wasser um den roten Kopf zu verbergen.

Ich schaute in den Stall von Nina. Das Fohlen war da. Sam schaute mich an.
"Es ist ein Hengstfohlen. Der Vater hieß Barbados."
Ich sah mir das Fohlen an. Es hatte wunderschöne Augen und lange Wimpern (wie jedes Fohlen) und ein dunkles Fell. Dunkler wie seine Mutter, aber es war ja auch noch feucht. Ich verliebte mich auf den ersten Blick.
"Baranmîr bitte.", sagte ich.
Sam schaute mich an und nickte dann. "Fängt mit B an und ist grad noch aussprechbar."

Aufgeregt rannte ich raus und sah, dass der Grill schon gut am lodern war und 'ne Menge Nachbarn gekommen waren.
Unvorstellbar. Der Hof war mit Tischen und Stühlen übersät und überall liefen Männer, Frauen und Kinder rum.
Aber das war doch jetzt erst kurze Zeit her seit das Fohlen auf die Welt kommen wollte. Ich ging zu unserem Zimmer und wollte mich umziehen. Nico und Viggo saßen auf einer kleinen Mauer und unterhielten sich. Obwohl es mich innerlich drängte dort hinzugehen, wollte ich doch erst die dreckigen Sachen ausziehen und mir noch was zum Kühlen auf den Arm legen.

Draußen wurde das erste Fleisch gegrillt und eine erste Runde auf Baranmîr wurde ausgegeben. Es war ein komisches Gefühl. Ich musste an Zuhause denken, auf das ich mich zwar freute. Aber andererseits sah ich den freundlichen Umgang der Leute vor dem Fenster. Und die unkomplizierte Art miteinander umzugehen.
Ich geriet ins Träumen, was wäre, wenn ich einfach hier bleiben würde. Mir wurde warm.
Auf einmal spürte ich eine Hand auf der Schulter. Erschrocken drehte ich mich um und Nico und Viggo grinsten mich an.
"Ich hab doch gesagt sie träumt", meinte Nico.
'Oh diese Augen!', dachte ich mir und schaute Viggo an.
Während mir mal wieder das Blut in den Kopf schoss, meinte ich nur: "Oh, ihr habt mich erwischt."

Schnell griff ich zu einem Pullover und meinte, ob wir nicht raus wollten.
"Einen Moment noch,", bemerkte Nico, "Ich muss noch mal wo hin". Viggo schaute sich im Raum um.
"Ein bisschen eng für Euch zwei, oder?", fragte er.
"Och nee, geht schon. Während des Tages sind wir ja eigentlich immer draußen."
Viggo sah sich interessiert um. Besonders die Bücher interessierten ihn. Als er den "Herr der Ringe" fand, den wir mitgenommen hatten, schaute er mich direkt an.
"Interessantes Buch, oder?" Grinsend schauten wir uns an.
"Ja!" war das einzige was ich dazu sagen konnte.
"Seit Ihr Fans?" Ich nickte nur.
Verlegen schaute ich zu Boden.
"Seit Ihr wegen mir hier?", fragte Viggo mit hochgezogenen Augenbrauen.

"Oh nein!", ich schüttelte den Kopf. "Ich habe es erst gestern festgestellt. Wir wussten wirklich nix. Wir werden Sie aber auch nicht belästigen, ich schwöre es. Es tut mir leid, wir wollten Sie nicht..." Seine Hand auf meinem Mund erstickte jeden weiteren Erklärungsversuch.
"Ich glaube es! Red nicht so viel." Wir schauten uns in die Augen.
"Dann nix wie raus.", schreckte uns die Stimme von Nico hoch. Viggo nahm uns beide an die Hand und ging mit uns zum Grill zurück.

Es gab viel und reichlich zu essen. Dazu gab es auch viel Bier. Irgendwie wurde ich davon schnell beschwippst und stieg auf Limo um.
Es wurde ein wunderschöner Abend und wir hatten viel Spaß. John erzählte einige witzige Begebenheiten aus seinem Laden und viele der Nachbarn erzählten auch einige Geschichten von den Farmen. Ein wunderschöner Mond ging auf und die Sterne funkelten. Einige hatten Gitarren mitgebracht und sangen Lieder. Es war wunderbar. Irgendwann kuschelte ich mich an Viggo, der zu den Liedern mitsang.
Kurz bevor ich einschlief gingen wir dann ins Bett.

Der nächste Morgen war irgendwie unwirklich. Ich hatte Viggo Mortensen kennengelernt, 'nen Fohlen mit auf die Welt geholt und einiges mehr. Wow. Mit einem Grinsen auf den Lippen stand ich auf. Nico musste lachen.
"Na, wer grinst denn da?"
"Ja, es ist doch auch ein wunderbarer Tag.", entgegnete ich. "Überleg doch mal, was wir alles erlebt haben. Und was die anderen erst sagen werden, wenn wir zurück sind und sagen können, wir haben Viggo getroffen."
Nico schmunzelte. "Ja und dass Du mit ihm zusammengestoßen bist und gestern Abend auf sein Hemd gesabbert hast." Ich wurde knallrot.
"Ha-ab ich da-as wirklich?", stammelte ich. Nico zog eine Augenbraue hoch und ich muss gestehen, in dem Moment habe ich mir ein Loch im Boden gewünscht.
Als Viggo am Nachmittag vorbei kam um Sam die Schlüssel zum Haus zu geben, da er zwei Tage weg musste, versteckte ich mich im Stall bei Nina und Baranmîr. Als mir Nico nach dem Abendbrot beichtete, dass sie mich nur auf den Arm genommen hatte, war ich sauer und erleichtert zugleich.

Die nächsten Tage vergingen ruhig und im inzwischen gewohnten Trott. Wir arbeiteten auf der Farm, versorgten Pferde und Hunde, ritten abends aus und vergnügten uns ab und zu im kleinen Teich hinter dem Haus. Jetzt hatten wir nur noch 3 Tage. Am Samstag mussten wir zurück reisen. Für Freitag hatten wir die Leute eingeladen, mit denen wir den meisten Kontakt hatten. Hauptsächlich waren das die Arbeiter der Farm mit ihren Familien und John, über dessen Laden wir eigentlich alles bekamen, was wir benötigten. Am Mittwoch kauften wir noch einen Batzen Fleisch, Würstchen und alles für Salate. Diese bereiteten wir dann einmal "deutsch" vor. Einiges legten wir z.B. in Bier und Zwiebeln ein, wir fanden sogar Nürnberger Rostbratwürste. Dazu sollte es einen Berg Kraut-, Kartoffel- und Nudelsalat geben. Somit verbrachen wir den Tag hauptsächlich in der Küche.
"Was meinst Du? Sollten wir auch Viggo einladen? Ich habe mich neulich an dem Tag und Abend wirklich gut mit ihm unterhalten. Und vielleicht bekommen wir ja auch noch ein kleines Interview oder ein paar Autogramme für unseren Fanclub von ihm.", meinte Nico. Freudig stimmte ich ein. Nico ritt rüber zu ihm um ihn persönlich einzuladen. Erst nach zwei Stunden kam sie zurück. Ihr Blick sagte alles - er würde nicht kommen.
"Schade, aber lassen wir uns den Spaß nicht verderben. Erstaunlich schnell besserte sich auch Nicos Laune, als ich Ihr zeigte, dass wir in der Scheune schon Tische und Bänke aufgebaut hatten und die Getränke auch schon gekommen waren. Bis spät am Abend schmückten wir noch die Scheune und räumten den Hof auf und stellten den Grill hin.
Todmüde aber in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag und vor allem Abend legten wir uns schlafen. Gleich früh am Morgen weckte uns Sam.
"Schnell steht auf, Baranmîr geht es nicht gut." Als wir in den Stall kamen war der Arzt schon da. Nina hatte ausgekeilt und ihren Sohn getroffen. Aber es war wohl nicht so schlimm. Wie sich herausstellte, hatte Nina eine entzündete Zitze und hatte sich dagegen gewehrt ihn trinken zu lassen.
"Somit haben sie ein Flaschenkind", murmelte der Arzt. Na toll und das jetzt wo wir nach Hause mussten.
Also rührte Sam gleich die erste Flasche an und wir begannen Baranmîr zu füttern.
Als ich nachmittags dran war, ritt Nico noch mal los einige Besorgungen zu machen. Als sie zurück kam strahlte sie und meinte es wäre Zeit sich umzuziehen.

Der Abend begann wunderbar. Fast wie der Geburtstagsfeier zu Bilbos 111tem Geburtstag hatten sich eine Menge Leute eingefunden, die lustig herum wuselten und sich irgendwie alle kannten. John stand am Grill und bediente alle.
"Kann halt nicht anders.", hatte er geantwortet als wir ihn fragten, ob wir das nicht lieber übernehmen sollten. Es gab Musik und viele tanzten wild dazu. Jeder stieß mit uns auf die vergangenen zwei guten Wochen an und wünschte alles Gute. Alle waren so lieb und herzlich. Obwohl es ein schöner Abend war tat es auch weh all diese Leute zu verlassen.
Gegen 10 Uhr kam ein Mann mit einem Mantel und einem Handkarren auf den Hof. Ich grinste kurz über die Verkleidung, wurde dann aber auch von Sam in Beschlag genommen, der mich fragte, wann wir den morgen fahren mussten. Nach ca. 10 Min. hörte ich ein Zischen, dann einen Knall und sah Sternchen. Es wurde ein Feuerwerk gezündet. Jetzt fühlte ich mich wirklich wie im Auenland.
Als ich mich umdrehte schlug der "Zauberer" seine Mantelkapuze zurück und es war Viggo. Nico strahlte mich an.
"Na, ist das eine Überraschung?", fragte sie glücklich.
"Jab, ist es.", grinste ich zurück.
"Freut mich.", meinte Viggo.
"Ach und 'n Interview mit ihm habe ich auch schon geführt für unseren FC.", sagte Nico. "Und er bleibt den ganzen Abend."
Ich strahlte ihn an und auch er grinste zurück. Dann verneigte er sich wie Aragorn und schaute mir tief in die Augen.
"Darf ich die Dame bitten mich durch den restlichen Abend zu begleiten?", fragte er und bot mir seinen Arm.

Ich hätte umfallen können vor Glück. Jetzt bloß nicht weiche Knie bekommen. Alles drehte sich und ich schloss grinsend die Augen.
"Ein Traum, ich glaub das ist ein Traum." murmelte ich vor mich hin.

"Kiki? K i k i, wo bist Du?", fragte mich eine Stimme und ich spürte eine Berührung an der Schulter.
"In Amerika, aber wir fliegen gleich.", antwortete ich.
Schallendes Gelächter drang mir ans Ohr. Und dann ganz klar die Stimme meines Arbeitskollegen.
"Da träumt die doch tatsächlich am helllichten Tag sie wäre in Amerika. Und was hast Du da gemacht? Vielleicht eine Stelle als Au-pair?", hänselte mich Tom.
"Nee.", schüttelte ich den Kopf. "Work & Travel haben wir gemacht.", lachte ich.

Schade eigentlich, es war ein so schöner Traum.
"Hätte ich nicht wenigstens den Abend noch zu Ende träumen können?", murmle ich noch heute vor mich hin, wenn meine Gedanken während der Arbeit abschweifen.

©Lindir

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Letzte Änderung: 30.06.2019 21:28:19